Hinweis Solarmodule auf dem Wohnmobildach liegen flach und liefern deshalb im Winter nur einen Bruchteil der Sommerenergie — erstellen Sie die Bilanz für den Monat, in dem Sie tatsächlich unterwegs sind.
Victron Hilfecenter
Wohnmobil im Stand
Ratgeber und Schaltplan

Photovoltaik und Strom im Wohnmobil

Von der Energiebilanz zum fertigen Schaltplan: Wie viel Strom Sie tatsächlich verbrauchen, welche Solarmodule auf das Dach passen, welche Batterie den Bedarf deckt, wie Sie unterwegs und auf dem Campingplatz laden und welche Kabel und Sicherungen dafür erforderlich sind. Der Aufbau basiert auf der offiziellen Victron-Zeichnung BJE-332 (12 V / 230 V / 50 Hz).

12 VSystemspannung
300 AhLiFePO4-Batteriebank
700 Wmax. Solarleistung am MPPT 100/50
2,5%zulässiger Spannungsabfall
Womit beginnen?

Vier Entscheidungen in der richtigen Reihenfolge

Eine Wohnmobilinstallation wird fast immer vom falschen Ende her geplant: Zuerst werden Solarmodule gekauft, dann die Batterie, und am Ende stellt sich heraus, dass die Kabel zu dünn sind und der Wechselrichter nicht ausreichend mit Strom versorgt werden kann. Die Reihenfolge, die Geld spart, ist genau umgekehrt.

  • 1. Berechnen Sie den Verbrauch. Kühlschrank, Pumpe, Licht, Laptop laden — in Wattstunden pro Tag. Das ist die einzige Zahl, aus der sich alles Weitere ergibt.
  • 2. Wählen Sie die passende Batterie. Mit genügend Kapazität für zwei–drei Tage ohne Nachladen und einer Reserve für die Entladetiefe.
  • 3. Planen Sie die Ladung. Solarmodule im Stand, Lichtmaschine unterwegs, Landstrom bei längeren Aufenthalten. Meist benötigen Sie alle drei.
  • 4. Erst jetzt 230 V. Der Wechselrichter wird auf die Verbraucher abgestimmt, nicht auf Vorrat dimensioniert — jede zusätzliche Dauerleistung von 100 W bedeutet mehr Strom aus der Batterie.

Dieser Ratgeber führt durch alle vier Schritte und endet mit einem Schaltplan, den Sie auf Ihr Fahrzeug übertragen können. Die Zahlen stammen aus der Dokumentation von Victron Energy — der Installationszeichnung BJE-332 und dem Verkabelungshandbuch „Wiring Unlimited“.

Wohnmobil mit Anhänger im Stand — die gesamte Energie stammt aus Batterien, Solarmodulen und Lichtmaschine
Alles beginnt mit der Energiebilanz. Erst wenn Sie den Tagesverbrauch kennen, wissen Sie, ob 100 Ah und zwei Solarmodule reichen oder ob Sie 300 Ah und einen Wechselrichter mit 3 kVA benötigen.

Solarmodule

Auf dem Dach liegen sie flach, daher zählt die Fläche, nicht die Wattangabe im Datenblatt. In Polen liefern 400 Wp im Juni etwa 1,8 kWh pro Tag, im Dezember dagegen etwa 0,14 kWh.

Batterie

LiFePO₄ stellt praktisch die gesamte Kapazität bereit und hält 2500 Zyklen bei 80% Entladetiefe durch — darf aber bei Temperaturen unter null nicht geladen werden.

Alternator

Eine Stunde Fahrt mit einem DC-DC-Ladegerät (Ladebooster) mit 50 A liefert etwa 600 Wh — meist mehr als die Solarmodule im Winter an einem ganzen Tag.

Campingplatz

Ein Landstromanschluss mit 16 A und das 120 A-Ladegerät des MultiPlus laden eine Batteriebank mit 300 Ah in ungefähr drei Stunden nach.

Schaltplan

So ist alles verbunden

Aufbau nach der offiziellen Victron-Zeichnung BJE-332: MultiPlus 3 kVA, Batteriebank mit 300 Ah aus SuperPack NG-Batterien, MPPT-Laderegler 100/50, DC-DC-Ladegerät Orion XS und SmartShunt. Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Element des Schaltplans oder tippen Sie darauf — wir zeigen, wozu es dient. Der Schaltplan dient der Übersicht; prüfen Sie die Anschlussdetails in der Originalzeichnung.

16 A 60 A 60 A 400 A 100 A VE.Bus PV-Module 2 × 200 W Lichtmaschine und Starterbatterie 230 V-Anschluss Landstrom / Generator SmartSolar MPPT 100/50 Orion XS 12/12-50 A MultiPlus 3 kVA 12 V · 120 A Plus-Schiene mit Sicherungen Hauptschalter 3 × SuperPack NG 100 Ah · Class T 150 A SmartShunt 500 A DC-Verteiler 12 V AC-out-1 230 V-Steckdosen AC-out-2 nur Netzbetrieb Cerbo GX + GX Touch 50
Gleichstrom (DC)Wechselstrom (AC)Kommunikation
Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Element des Schaltplans oder tippen Sie darauf.
  1. Drei LadequellenSolarmodule über den MPPT 100/50, Lichtmaschine über den Orion XS, Landstrom über das Ladegerät des MultiPlus. Sie können gleichzeitig arbeiten.
  2. Jede Quelle hat eine eigene SicherungIn der Victron-Zeichnung: 60 A für den MPPT, 60 A für den Orion XS, 400 A für den MultiPlus und 100 A für den 12 V-Verbraucherverteiler — alle an der gemeinsamen Plus-Sammelschiene.
  3. Batterien separat abgesichertJede Lithiumbatterie hat eine eigene Class T-Sicherung mit 150 A am Pluspol; zwischen Sammelschiene und Batteriebank sitzt der Hauptschalter.
  4. Messung in der MinusleitungDer SmartShunt sitzt in der Minusleitung zwischen Batteriebank und zentraler Minus-Sammelschiene — nur dort erfasst er den gesamten Strom der Anlage.
  5. 230 V hinter dem WechselrichterAC-out-1 ist immer aktiv, AC-out-2 nur bei externer Stromversorgung. Beide Ausgänge benötigen einen Fehlerstromschutzschalter (FI).
  6. Alles an einem Ort im BlickDer Cerbo GX sammelt Daten von MultiPlus, MPPT, Orion und SmartShunt — zur Anzeige auf dem Bildschirm und im VRM-Portal.
Wichtige Werte

Was die Victron-Zeichnung genau vorgibt

MontageortLaut Zeichnung BJE-332
DC-Kabel zum MultiPlus 3 kVA 12 VAbstand Batterie–MultiPlus 0–5 m: 4 × 50 mm²; 5–10 m: 4 × 70 mm². In geschlossenen Kabelkanälen muss der Querschnitt verdoppelt werden. Ein einzelnes Kabel mit 95 mm² ist nur zulässig, wenn die Gesamtlänge von Plus- und Minusleitung 4 m nicht überschreitet.
Sicherung des MultiPlus400 A (MEGA)
BatteriesicherungenClass T 150 A am Pluspol jeder der drei Batterien
MPPT-Ausgang und Orion XS-AusgangJe 60 A an der gemeinsamen Plus-Sammelschiene
12 V-Verbraucherverteiler100 A (Beispielwert — an die Last anpassen)
AC-Eingang des MultiPlusLeitungsschutzschalter max. 50 A; in der Praxis auf die Quelle abgestimmt (Campingplatz meist 16 A), Eingangsstrombegrenzung am Gerät einstellbar
Ausgang AC-out-1Dank PowerAssist kann die Summe aus Anschlussstrom und Wechselrichterstrom 50 + 13 = 63 A erreichen. Fehlerstromschutzschalter zwingend erforderlich
Ausgang AC-out-2Bis 16 A, Spannung nur bei Stromversorgung am AC-Eingang
Eingang des Orion XS60 A-Sicherung am Pluspol der Starterbatterie
Erdung des MultiPlus-GehäusesZur zentralen Minus-Sammelschiene, mit einem Kabel, dessen Querschnitt eine Größe unter dem Gesamtquerschnitt der Minusleitungen des Geräts liegt; die Zeichnung verweist hierzu auf die aktuellen ABYC-Vorschriften
Batteriecomputer, Cerbo, DongleStromversorgung über 1 A-Sicherungen

Victron gibt bewusst keine Kabelquerschnitte für die gesamte Anlage an — die Kabellängen in Ihrem Fahrzeug sind nicht bekannt. Berechnen Sie diese mit dem Kabel- und Sicherungsrechner oder nach den Regeln im Abschnitt Kabel und Sicherungen.

Wo welche Komponente montiert wird

Anordnung im Fahrzeug

Dieselben Geräte an unterschiedlichen Einbauorten ergeben zwei unterschiedliche Anlagen: eine, die jahrelang funktioniert, und eine, deren Kabel heiß werden und Spannungsverluste verursachen. Die folgenden acht Punkte sind besonders entscheidend.

Abgestelltes Wohnmobil — Seitenansicht mit markierten Einbauorten der elektrischen Geräte
Bewegen Sie den Mauszeiger über eine Nummer oder tippen Sie darauf — wir zeigen das Gerät und erklären, warum es genau dort montiert wird.
  1. 1Module auf dem DachSolarmodule auf dem DachZwei Module mit je 200 W auf der Dachreling oder auf aufs Dach geklebten Montagerahmen, mit abgedichteter Kabeldurchführung. Planen Sie diese zusammen mit Dachluke und Klimaanlage — Schatten auf einem Modul verringert den Ertrag des gesamten Strings.
  2. 2SmartSolar MPPT 100/50SmartSolar MPPT 100/50Im Schrank direkt neben der Batterie, nicht bei den Modulen. Das Kabel von den Modulen darf lang und dünn sein, das Kabel zur Batterie muss kurz und dick sein — dort fließen die vollen 50 A.
  3. 3Batteriebank mit 3 × SuperPack NGBatteriebank 3 × SuperPack NGTief und nahe an der Fahrzeugachse — die Batteriebank ist das schwerste Element der Anlage. Eine Lithiumbatterie ohne Heizung muss im beheizten Teil des Aufbaus stehen: Unter +5 °C nimmt sie keine Ladung an. SuperPack NG mit Heizung funktioniert bis −30 °C.
  4. 4MultiPlus 12/3000/120MultiPlus 12/3000/120Wechselrichter/Ladegerät oberhalb der Batteriebank, niemals direkt über den Batterien. Mindestens 10 cm Freiraum rund um das Gehäuse — der Hersteller untersagt den Einbau in ein geschlossenes Gehäuse ohne Belüftung.
  5. 5DC-Sammelschiene und SicherungenDC-Sammelschiene und SicherungenAlle Sicherungen und der Hauptschalter an einem gut zugänglichen Ort — am besten in einem Schrank neben der Tür. Beschriften Sie die Stromkreise, denn nach einem Jahr weiß niemand mehr, welcher wofür zuständig ist.
  6. 6Orion XS 12/12-50Orion XS 12/12-50Nahe an der Starterbatterie, beispielsweise unter dem Sitz im Fahrerhaus. Die Leitung von der Lichtmaschine muss direkt an der Starterbatterie abgesichert sein.
  7. 7GX-BedienpanelGX-BedienpanelGX-Bildschirm oder Digital Multi Control am Eingang — hier stellen Sie die Landstrombegrenzung ein und prüfen den Batteriestatus, ohne zum Telefon greifen zu müssen.
  8. 8230-V-Außenanschluss230 V-AußenanschlussLandstromanschluss auf der Türseite, dahinter Leitungsschutzschalter und FI, danach der AC-Eingang des Wechselrichters. Das Anschlusskabel darf weder unter den Rädern verlaufen noch im Wasser liegen.
Schritt 1

Wie viel Energie Sie tatsächlich verbrauchen

Die Bilanz wird in Wattstunden pro Tag berechnet: Leistung des Verbrauchers mal Betriebsstunden. Ein Kompressorkühlschrank läuft nicht ununterbrochen — entscheidend ist seine tatsächliche Laufzeit, die im Sommer sogar doppelt so lang sein kann wie im Frühjahr.

Um Wattstunden in Batteriekapazität in Amperestunden umzurechnen, teilen Sie diese durch die Systemspannung: 1000 Wh bei 12 V entsprechen etwa 83 Ah. Dazu kommen Verluste: Der Wechselrichter liefert etwa 90% der Energie, und eine Lithiumbatterie hat einen Lade- und Entladewirkungsgrad von etwa 92%.

  • Rechnen Sie mit dem ungünstigsten Monat, in dem Sie tatsächlich unterwegs sind — nicht mit Juli, wenn Sie auch im Oktober verreisen.
  • Berücksichtigen Sie den Standby-Verbrauch: Wechselrichter, Batteriecomputer und GX-Zentrale verbrauchen rund um die Uhr Strom, selbst wenn Sie nichts nutzen.
  • Reserve: Gehen Sie davon aus, dass die Batteriebank 80% ihrer Kapazität abgibt — so rechnet auch unser Rechner für LiFePO₄ Smart-Batterien.

Energiebilanz mit dem Rechner ermitteln

Anlagenübersicht auf dem Display des GX-Geräts: Batterie, Solarmodule und Verbraucher
Nach der Saison können Sie genau nachprüfen. Der Batteriecomputer zeigt den tatsächlichen Verbrauch und Ertrag — aus diesen Zahlen ergibt sich die Bilanz für das nächste Jahr.

Beispiel einer Tagesenergiebilanz für ein Wohnmobil mit zwei Personen

VerbraucherLeistungBetriebszeitEnergie pro Tag
12-V-Kompressorkühlschrank45 W8 h Kompressorlaufzeit360 Wh
LED-Beleuchtung15 W4 h60 Wh
Wasserpumpe60 W0,5 h30 Wh
Standheizung (Gebläse)25 W6 h150 Wh
Laptop und Mobiltelefone über Wechselrichter90 W3 h270 Wh + Wechselrichterverluste
Elektronik im Standbyca. 10 W24 h240 Wh
Gesamtca. 1,1 kWh (≈ 92 Ah bei 12 V)

Dies ist ein Beispiel, kein Richtwert — entnehmen Sie die Leistungswerte den Typenschildern Ihrer Geräte. Bei diesem Verbrauch reicht eine Batteriebank mit 300 Ah ohne Nachladen etwa zweieinhalb Tage, wenn 80% der Kapazität genutzt werden.

Schritt 2

Solarmodule auf dem Dach — wie viel Strom liefern sie?

Solarmodule auf dem Wohnmobil liegen flach, ohne optimalen Neigungswinkel. Das verändert den Ertrag erheblich: Im Sommer sind die Verluste gering, im Winter sinkt der Ertrag dagegen auf einen Bruchteil. Die folgenden Daten für Warschau in Polen stammen aus der PVGIS-Datenbank der Europäischen Kommission und wurden auf ein horizontal montiertes Solarfeld mit 400 Wp umgerechnet. Unser Energiebilanz-Rechner verwendet dieselben Daten.

Deshalb gelten Solarmodule im Wohnmobil als Energiequelle, die während der Saison den gesamten Verbrauch decken kann, außerhalb der Saison aber nur die Batterieladung erhält. Den Rest liefern Lichtmaschine und Landstrom.

Photovoltaikmodule auf dem Fahrzeugdach
Entscheidend ist die Dachfläche. Bei flach montierten Solarmodulen ist jeder Zentimeter freier Fläche mehr wert als der Modulwirkungsgrad im Datenblatt.
MonatErtrag von 1 kWp horizontal (Warschau)Solarfeld mit 400 Wp pro TagBedeutung bei einem Verbrauch von 1,1 kWh
Juni4,56 kWhca. 1,82 kWhÜberschuss — die Batterie wird vollständig geladen
April3,42 kWhca. 1,37 kWhVerbrauch gedeckt
September2,66 kWhca. 1,06 kWhreicht bei Sonnenschein gerade aus
Oktober1,45 kWhca. 0,58 kWhhalber Bedarf — zusätzliche Ladung nötig
Dezember0,36 kWhca. 0,14 kWhSolarmodule erhalten nur die Batterieladung

Die Daten aus PVGIS 5.3 (SARAH3-Datenbank, Jahre 2005–2023) berücksichtigen bereits 14% Systemverluste. Im Energiebilanz-Rechner finden Sie dieselben Werte für 16 Städte.

In Reihe oder parallel

Bei Reihenschaltung steigt die Spannung, und dünnere Kabel reichen aus. Bei Parallelschaltung steigt der Strom, dafür wirkt sich die Verschattung eines Moduls weniger stark aus. Bei Reihenschaltung müssen Sie die Spannungsgrenze einhalten (100 V beim MPPT 100/50), bei Parallelschaltung den maximalen Kurzschlussstrom des Solarfelds: 35 A beim 100/30 und 60 A beim 100/50. Ein höherer Kurzschlussstrom kann den Laderegler beschädigen.

Frost erhöht die Spannung

Die Leerlaufspannung eines Solarmoduls steigt bei Kälte. Berechnen Sie bei der Auslegung eines Strings die Voc für die niedrigste zu erwartende Temperatur, nicht für die 25 °C auf dem Typenschild.

Schatten ist keine Kleinigkeit

Eine Dachluke, Klimaanlage, ein Dachträger oder ein Ast über dem Stellplatz können den Ertrag des gesamten Strings stark reduzieren. Bei vielen Hindernissen auf dem Dach sind zwei kleinere Strings oder zwei Laderegler die bessere Lösung.

Solarkabel

Victron empfiehlt UV-beständige Solarkabel mit 4 oder 6 mm², verzinnten Adern und MC4-Steckern. Die Dachdurchführung muss abgedichtet sein. Die Kabel müssen so befestigt werden, dass sie sich während der Fahrt nicht bewegen.

Solarmodule niemals direkt an die Batterie anschließen

Zwischen PV-Feld und Batterie gehört immer ein Solarladeregler. Der direkte Anschluss eines Solarmoduls an die Batterie beschädigt diese — darauf weist „Wiring Unlimited“ ausdrücklich hin.

Trennschalter auf der PV-Seite

Je nach geltenden Vorschriften kann zwischen Solarfeld und Laderegler eine Sicherung, ein Schutzschalter oder ein Trennschalter erforderlich sein. Im Wohnmobil ist eine Trennmöglichkeit ohnehin sinnvoll — damit lassen sich die Solarmodule für Wartungsarbeiten sicher abtrennen.

Schritt 3

MPPT-Laderegler — welcher und warum kein PWM?

Ein PWM-Laderegler verbindet das Solarmodul über einen Schalter mit der Batterie. Das Modul arbeitet daher bei Batteriespannung. Ein MPPT-Laderegler besitzt einen Spannungswandler: Er sucht den Punkt maximaler Modulleistung und wandelt die überschüssige Spannung in Strom um. Im Wohnmobil mit seiner begrenzten Dachfläche bestimmt dieser Unterschied unmittelbar, wie viel Energie in der Batterie ankommt.

Die Modellbezeichnung des Ladereglers zeigt, was angeschlossen werden darf: 100/50 steht für 100 V maximale PV-Spannung und 50 A Ladestrom. Bei einem 12-V-System entspricht das einem Solarfeld mit bis zu 700 W; das kleinere Modell 100/30 unterstützt 440 W. Victron-Laderegler erreichen einen Wirkungsgrad von bis zu 98%.

  • Stellen Sie den Batterietyp ein. Für LiFePO₄ wählen Sie das Profil Li-Ion und eine Systemspannung von 12 V — andernfalls lädt der Regler nach der Ladekennlinie für Bleibatterien.
  • Binden Sie ihn in das Gesamtsystem ein. Über den VE.Direct-Anschluss wird der Regler mit dem Cerbo GX verbunden. So sind Solarertrag und Ladestatus zusammen mit den übrigen Anlagendaten sichtbar.
  • Montieren Sie ihn nahe an der Batterie. Die Leitung von den Solarmodulen darf lang sein und einen kleineren Querschnitt haben. Die Leitung zur Batterie muss kurz sein und einen großen Querschnitt haben — hier fließen die vollen 50 A.
SmartSolar MPPT-Laderegler
SmartSolar MPPT 100/50. Einstellungen und Ertragsanzeige über Bluetooth in der VictronConnect-App.
Kleines Dach

MPPT 100/30

Bis zu 440 W Modulleistung bei 12 V. Ausreichend für zwei Module mit jeweils 200 W.

100 V · 30 A
Typisches Wohnmobil

MPPT 100/50

Bis zu 700 W bei 12 V — das Modell aus der Victron-Zeichnung. Es bleibt Reserve für ein drittes Solarmodul.

100 V · 50 A
Großes Dach

MPPT 150/…

Wenn das Solarfeld mehr als 700 W leistet oder der String eine höhere Spannung hat — höhere zulässige PV-Spannung.

150 V und mehr
Schritt 4

Batterie: Lithium oder Blei?

Im Wohnmobil wird die Batterie zyklisch genutzt: Sie entladen und laden sie täglich. Unter diesen Bedingungen ist der Unterschied zwischen Blei und Lithium am größten — nicht beim Preis pro Amperestunde, sondern bei der Zyklenzahl und der tatsächlich nutzbaren Kapazität.

Eine LiFePO₄ Smart-Lithiumbatterie erreicht 2500 Zyklen bei 80% Entladetiefe, hat einen Lade-/Entladewirkungsgrad von etwa 92% und verliert bei hohen Strömen keine Kapazität. Eine AGM-Batterie erreicht bei 80% Entladetiefe 400 Zyklen. Bei den hohen Strömen eines Wechselrichters liefert sie deutlich weniger Kapazität, als auf dem Gehäuse angegeben ist.

Lithium SuperPack NG Batterie
SuperPack NG. Eine Drop-in-Batterie mit integriertem BMS — sie benötigt kein separates Steuergerät, aber geeignete Sicherungen.
MerkmalLiFePO₄ SmartLithium SuperPack NGAGM Deep Cycle
Zyklen bei 80% Entladetiefe25002500400
Lade- und Entladewirkungsgrad92%93%geringer, stromabhängig
Entladestrombis 1 C ohne Kapazitätsverlustbei 5-stündiger Entladung bleiben 85%
Ladetemperaturvon +5 °C bis +50 °Cvon −30 °C bis +60 °C — unter 0 °C wartet die Ladung, bis die Heizung die Zellen erwärmt hatohne Begrenzung, aber die Kapazität sinkt
Entladetemperaturvon −20 °C bis +50 °Cvon −30 °C bis +60 °Cohne Begrenzung
Gewicht bei gleicher nutzbarer Energiedeutlich geringerhöher
SicherungClass T — Lithiumbatterien liefern sehr hohe KurzschlussströmeMEGA reicht meist aus
Frost und das Laden von Lithiumbatterien

Normale LiFePO₄ Smart-Batterien dürfen erst oberhalb von +5 °C geladen werden — in einem unbeheizten Batteriekasten werden sie im Winter daher nicht mehr geladen. Die SuperPack NG aus der Victron-Zeichnung besitzt eine integrierte Heizung: Bei Minusgraden unterbricht sie das Laden, erwärmt die Zellen und setzt den Ladevorgang automatisch fort. Ihr Betriebstemperaturbereich reicht von −30 °C bis +60 °C. Wenn die Batteriebank unter dem Fahrzeugboden montiert werden soll, wählen Sie eine Batterie mit Heizung oder einen beheizten Batteriekasten.

Wie viel Kapazität?

Bei einem Verbrauch von 1,1 kWh pro Tag bietet eine Batteriebank mit 300 Ah (3,84 kWh) etwa zweieinhalb Tage Autonomie, wenn 80% der Kapazität genutzt werden. Eine Batteriebank mit 200 Ah reicht knapp zwei Tage.

Laden während der Fahrt

Lichtmaschine über DC-DC-Ladegerät (Ladebooster)

Eine Lithiumbatterie nimmt so viel Strom auf, wie Sie ihr liefern — eine gewöhnliche Lichtmaschine ist für diesen Betrieb jedoch nicht ausgelegt. Ohne Strombegrenzung kann sie so lange mit maximaler Leistung arbeiten, bis sie überhitzt. Das zweite Problem ist die Spannung: Die Lichtmaschine lädt nach einer Ladekennlinie für Bleibatterien, sodass die Lithiumbatterie nie vollständig geladen wird.

Ein DC-DC-Ladegerät (Ladebooster) löst beide Probleme: Es begrenzt den Strom aus der Lichtmaschine und lädt die Batteriebank mit einer eigenen Ladekennlinie. Der Orion XS 12/12-50 liefert bis zu 50 A, erreicht einen Wirkungsgrad von bis zu 98,5% und verbraucht im Standby weniger als 1,5 mA. Eine Stunde Fahrt liefert bei diesem Strom etwa 600 Wh — mehr als die Solarmodule an einem ganzen Dezembertag in Polen.

  • Sicherung an der Starterbatterie. Im Victron-Schaltplan ist eine 60 A-Sicherung in der Plusleitung der Starterbatterie vorgesehen, direkt am Anschluss.
  • Gemeinsamer Minus. Die Minusanschlüsse von Motor, Starterbatterie und Ladegeräteausgang führen zur zentralen Minus-Sammelschiene — ohne diese Verbindung funktioniert auch die Spannungsmessung der Starterbatterie nicht.
  • Motorlauferkennung. Im Schaltplan sind die Anschlüsse L und H gebrückt. Deshalb müssen Sie in den Einstellungen den automatischen Start aktivieren sowie den Lichtmaschinentyp und das Li-Ion-Profil auswählen.
  • Euro 6-Fahrzeuge haben computergesteuerte Lichtmaschinen — die Spannung kann während der Fahrt absinken. Die Einrichtung beschreiben wir in der Fehlerbehebung zum Orion XS.
Orion XS DC-DC-Ladegerät
Orion XS 12/12-50. Einstellungen und Anzeige des Ladestroms über Bluetooth; im Standby belastet er die Batterie praktisch nicht.
230 V im Wohnmobil

Wechselrichter/Ladegerät und Landstromanschluss

Der MultiPlus vereint drei Funktionen: 230 V-Wechselrichter, Batterieladegerät und automatischen Transferschalter. Auf dem Campingplatz schaltet er die Verbraucher auf Netzbetrieb um und beginnt, die Batteriebank zu laden. Sobald Sie das Kabel abziehen, wechselt er zurück auf Batteriebetrieb — ohne Unterbrechung der Stromversorgung.

Das Modell im Schaltplan, 12/3000/120, liefert 2400 W Dauerleistung und 6000 W Spitzenleistung und lädt die Batteriebank mit bis zu 120 A. Das Handbuch „Wiring Unlimited“ empfiehlt, in einer 12 V-Anlage eine Wechselrichterleistung von 3000 VA nicht zu überschreiten — darüber werden die Ströme so hoch, dass ein Wechsel auf 24 V sinnvoller ist.

  • PowerAssist ergänzt Leistung aus der Batterie, wenn der Landstromanschluss schwach ist — bei einem 6-A-Anschluss löst die Sicherung auch mit eingeschaltetem Wasserkocher nicht aus.
  • Die Eingangsstrombegrenzung wird auf den jeweiligen Stellplatz abgestimmt: über das Bedienpanel Digital Multi Control, den GX-Bildschirm oder das Smartphone.
  • AC-out-2 führt nur bei externer Stromversorgung Spannung — hier werden Boiler oder Klimaanlage angeschlossen, deren Batteriebetrieb nicht sinnvoll ist.
MultiPlus — Wechselrichter/Ladegerät
MultiPlus 12/3000/120. Wechselrichter, Ladegerät und Transferschalter in einem Gehäuse — rundherum sind mindestens 10 cm Freiraum erforderlich.
230 V sind lebensgefährlich

Die AC-Installation — Landstromanschluss, Verteiler, Fehlerstrom-Schutzschalter und Erdung — muss eine qualifizierte Elektrofachkraft ausführen und prüfen. Der Victron-Schaltplan zeigt ein „nicht isoliertes“ System mit gemeinsamem Minus und Fahrzeugmasse, ausgeführt nach CE/ABYC-Vorgaben.

Fahrzeugmasse statt Erder

Ein Fahrzeug hat keinen Erder im Boden. Das gemeinsame Potenzial bilden daher die miteinander verbundenen Metallteile: Fahrgestell, Motor, Metallrohre und Schutzkontakte der Steckdosen. Im Wechselrichterbetrieb muss der Neutralleiter des Ausgangs mit der Masse verbunden sein, sonst funktioniert der Fehlerstrom-Schutzschalter nicht.

Kabel und Sicherungen

Die häufigste Fehlerquelle

Bei 12 V sind die Ströme hoch, und jeder Meter dünnes Kabel verursacht einen Spannungsabfall. Victron empfiehlt, den Spannungsabfall im Stromkreis auf höchstens 2,5% zu begrenzen — in einer 12 V-Anlage sind das nur 0,3 V. Wird dieser Wert überschritten, lädt die Batterie nicht vollständig, der Wechselrichter arbeitet schlechter und die Kabel erwärmen sich.

Eine Faustregel aus dem Handbuch „Wiring Unlimited“ für DC-Kabel bis 5 Meter: Der Querschnitt in mm² entspricht dem Strom geteilt durch 3 — bei 200 A ergibt das 66 mm². Genauer berechnen Sie ihn mit der folgenden Tabelle oder dem Rechner.

  • Berechnen Sie die Gesamtlänge von Plus- und Minusleitung, nicht den Abstand zwischen Gerät und Batterie.
  • Statt eines sehr dicken Kabels können Sie zwei dünnere mit demselben Gesamtquerschnitt verwenden — 2 × 35 mm² ersetzen 70 mm².
  • Nur flexible, feindrähtige Kabel verwenden; bei Feuchtigkeit und auf Booten mit verzinnten Litzen. Niemals Kabel verwenden, die für AC-Installationen vorgesehen sind.
Kabel mit Ringkabelschuh an den Shunts
Auch an Verbindungen entsteht Widerstand. Sicherungen, Shunts, Schalter und schlecht verpresste Kabelschuhe tragen zum Spannungsabfall bei.

Maximaler Strom für gängige Kabel

Querschnittbis 5 m Gesamtlängebis 10 mbis 15 mbis 20 m
6 mm²18 A9 A6 A5 A
10 mm²30 A15 A10 A8 A
16 mm²48 A24 A16 A12 A
25 mm²75 A38 A25 A19 A
35 mm²105 A53 A35 A26 A
50 mm²150 A75 A50 A38 A
70 mm²210 A105 A70 A53 A
95 mm²285 A143 A95 A71 A

Tabelle aus dem Handbuch „Wiring Unlimited“: Die angegebenen Ströme entsprechen einem Spannungsabfall von 0,259 V über die Gesamtlänge von Plus- und Minusleitung, ohne Verluste an Verbindungen.

Sicherungen: Nicht jede eignet sich für Lithiumbatterien

Eine Lithiumbatterie kann bei einem Kurzschluss einen wesentlich höheren Strom liefern als eine Bleibatterie. Deshalb zählt nicht nur der Nennstrom der Sicherung, sondern auch ihr Ausschaltvermögen — der höchste Kurzschlussstrom, den sie sicher unterbrechen kann. Victron verlangt bei Anlagen mit Lithiumbatterien, dass mindestens eine Sicherung im DC-Stromkreis ein Ausschaltvermögen besitzt, das mindestens dem zu erwartenden Kurzschlussstrom der Batteriebank entspricht.

Sicherungen im Lynx-System
Class T. Sicherung mit dem höchsten Ausschaltvermögen — im Wohnmobil-Schaltplan sitzt jeweils eine in der Plusleitung jeder Batterie.
SicherungstypMax. DC-SpannungAusschaltvermögen
Class T (Eaton Bussmann)160 V200 kA
Class T (andere Hersteller)125–300 V20 kA
NH-Sicherungen250 V25 kA
ANL (Blue Sea)80 V6000 A
AMX(L) (Eaton Bussmann)125 V3000 A
MEGA (Littelfuse)70 V2500 A
MRBF (Blue Sea)58 V2000 A
MEGA (Littelfuse)58 V1000 A

Übersicht aus „Wiring Unlimited“. Jeder an die Batterie angeschlossene Verbraucher muss eine eigene Sicherung in der Plusleitung haben — unabhängig davon, wie wenig Strom er aufnimmt.

Montage

Reihenfolge und entscheidende Details

Sicherungen zuletzt einsetzen

Setzen Sie die Hauptsicherungen erst ein, wenn alle Verbindungen fertiggestellt und geprüft sind. Schließen Sie bei jedem Verbraucher zuerst die Minusleitung an die zentrale Minus-Sammelschiene an, danach die Plusleitung an seine Sicherung.

Batteriekabel gleicher Länge

Der Victron-Schaltplan fordert dies ausdrücklich für die Minusleitungen: Alle müssen möglichst kurz und gleich lang sein. Auch die Plusleitungen sollten Sie so verlegen — sonst werden die Batterien in der Batteriebank ungleich belastet und eine altert schneller.

Elektronik hinter dem Hauptschalter versorgen

Cerbo und Dongle werden hinter dem Hauptschalter angeschlossen — nach dem Ausschalten entladen sie die Batterie nicht. Der SmartShunt kann davor angeschlossen bleiben, da er weniger als 1 mA verbraucht.

  • Belüftung: mindestens 10 cm Freiraum rund um den MultiPlus, ein trockener und belüfteter Einbauort — bauen Sie ihn nicht dicht ein.
  • Gemeinsamer Minus: Die Minusanschlüsse von Starterbatterie, Motor und DC-DC-Ladegeräteausgang werden mit der zentralen Minus-Sammelschiene verbunden.
  • Einstellungen zum Schluss: Aktualisieren Sie die Gerätesoftware, stellen Sie im MPPT-Laderegler und Orion das Li-Ion-Profil und die Spannung 12 V ein und tragen Sie im Batteriecomputer die Kapazität der Batteriebank ein.
  • Beschriften Sie die Stromkreise. Aufkleber an Sicherungen und Sammelschienen ersparen Ihnen beim ersten Defekt unterwegs eine Stunde Suche.
SmartShunt — Batteriecomputer ohne Display
Ein Batteriecomputer ist kein Luxus. Ohne Messung in der Minusleitung wissen Sie nicht, wie viel Energie tatsächlich noch in der Batteriebank steckt — die Spannung einer Lithiumbatterie verändert sich kaum.
Monitoring

Drei Varianten aus dem Victron-Schaltplan

VersionKomponentenSmartphone erforderlich?
Einfach (BJE-332A)Batteriecomputer BMV-712 Smart + Bedienpanel Digital Multi Control — Landstrombegrenzung und Schalter für Ein / Aus / Nur LadegerätNein
Smart 1 (BJE-332B)SmartShunt 500 A + VE.Bus Smart dongle — Anzeige und Steuerung des MultiPlus in der AppJa
Smart 2 (BJE-332C)SmartShunt + Cerbo GX mit GX Touch 50-Display, optional DMC-Panel; Fernüberwachung über VRM und Füllstandssensoren in den TanksNein (aber möglich)
Standzeit und Winter

Was Sie vor einer mehrmonatigen Standzeit des Wohnmobils tun sollten

  • Längere Standzeit: Schalten Sie den MultiPlus auf „Nur Ladegerät“ — dann entlädt der Wechselrichter die Batterie nicht. Die Solarmodule erhalten die Ladung der Batteriebank nur, wenn das Fahrzeug nicht im Schatten steht.
  • Überwinterung: Laden Sie zuerst die Batterien vollständig auf, schalten Sie dann den MultiPlus und den Hauptschalter aus. Der Batteriecomputer arbeitet weiter.
  • Kontrolle alle 4–6 Wochen: Prüfen Sie den Ladezustand und schützen Sie die Batterien vor dem Einfrieren.
  • Statt eines laufenden MultiPlus empfiehlt der Hersteller für die Überwinterung ein kleines Erhaltungsladegerät, beispielsweise Blue Smart IP65 12 V/10 A.
Blue Smart IP65 Ladegerät während des Stillstands
Vor der Standzeit vollständig aufladen. Eine entladen eingelagerte Batterie verliert dauerhaft an Kapazität.
Was Sie vermeiden sollten

Die acht teuersten Fehler

Dieselben Fehler treten in vielen Installationen immer wieder auf. Die meisten lassen sich bereits bei der Planung ohne zusätzliche Kosten vermeiden.

Zu kleine Batterie, zu viele Solarmodule

Der Klassiker: 600 W auf dem Dach und eine 100 Ah-Batterie. Mittags liefern die Module nur so viel, wie die Batterie aufnehmen kann; die übrige Energie bleibt ungenutzt. Erst die Batteriebank, dann die Solarmodule dimensionieren.

Zu dünne Kabel zum Wechselrichter

Bei 2400 W und 12 V fließen über 200 A. Die Victron-Zeichnung gibt für den MultiPlus 3 kVA Kabel mit 4 × 50 mm² bei einer Entfernung bis 5 m vor — nicht 25 mm², weil es „irgendwie funktioniert“.

Sicherung mit unzureichendem Ausschaltvermögen

Bei einer Lithiumbatterie kann eine normale MEGA-Sicherung für 58 V einen Strom von 1000 A unterbrechen, die Batteriebank kann jedoch ein Vielfaches liefern. Mindestens eine Sicherung im Stromkreis muss vom Typ Class T sein.

Batterie ohne Heizung in einem unbeheizten Kasten

Eine gewöhnliche LiFePO₄-Batterie lässt sich erst oberhalb von +5 °C laden — eine Batteriebank unter dem Fahrzeugboden lädt im Winter einfach nicht mehr; das ist kein Defekt. Modelle mit Heizung wie SuperPack NG kommen mit bis zu −30 °C zurecht.

Solarmodul im Schatten einer Dachluke

Ein verschattetes Modul in einem String senkt den Ertrag des gesamten Strings. Planen Sie die Dachbelegung zusammen mit Dachluken, Klimaanlage und Dachträger.

Lichtmaschine ohne DC-DC-Ladegerät

Eine direkt an die Lichtmaschine angeschlossene Lithiumbatterie belastet diese bis an ihre Grenzen und wird trotzdem nicht vollständig geladen. Dafür ist der Orion XS vorgesehen.

Kein FI-Schutzschalter am 230 V-Ausgang

Im Wechselrichterbetrieb muss der Neutralleiter mit Masse verbunden sein, sonst löst der FI-Schutzschalter nicht aus. Die AC-Installation übernimmt eine Elektrofachkraft.

Ladezustand anhand der Batteriespannung beurteilen

Die Spannung einer LiFePO₄-Batterie bleibt über weite Bereiche nahezu konstant — ohne Shunt in der Minusleitung wissen Sie nicht, ob der Ladezustand 70% oder 30% beträgt.

Fragen

Häufige Fragen zur Elektroinstallation im Wohnmobil

Wie viele Solarmodule passen auf ein Wohnmobil und wie viel liefern sie?

Auf ein typisches Kastenwagendach passen 300–600 Wp. Mit 400 Wp flach montierten Modulen ergeben sich in Warschau, Polen, etwa 1,8 kWh pro Tag im Juni, 1,06 kWh im September und etwa 0,14 kWh im Dezember (PVGIS-Daten unter Berücksichtigung von 14% Verlusten). Im Sommer deckt das den Verbrauch eines Wohnmobils mit zwei Personen, im Winter nicht.

Welche Batterie fürs Wohnmobil: 100, 200 oder 300 Ah?

Gehen Sie vom Verbrauch aus. Bei 1,1 kWh pro Tag und Nutzung von 80% der Kapazität reicht eine Batteriebank mit 300 Ah etwa zweieinhalb Tage ohne Nachladen, mit 200 Ah knapp zwei Tage und mit 100 Ah weniger als einen Tag.

Kann ich eine Lithiumbatterie direkt über die Lichtmaschine laden?

Das ist nicht sinnvoll: Die Lichtmaschine würde unter Volllast arbeiten und mit einer für Bleibatterien vorgesehenen Ladekennlinie laden, sodass die Batteriebank nie vollständig geladen würde. Dazwischen wird ein DC-DC-Ladegerät (Ladebooster) eingebaut, beispielsweise ein Orion XS 12/12-50.

MPPT 100/30 oder 100/50?

In einer 12 V-Anlage unterstützt der 100/30 ein Solarfeld bis 440 W, der 100/50 bis 700 W. Wenn Sie ein weiteres Modul planen, wählen Sie gleich den größeren Regler — er ist günstiger als ein erneuter Umbau des Dachs.

Welcher Kabelquerschnitt für einen 3 kVA-Wechselrichter?

Die Victron-Zeichnung gibt für den MultiPlus 3 kVA 12 V vor: 4 × 50 mm² bei einer Entfernung bis 5 m und 4 × 70 mm² bei 5–10 m. In geschlossenen Kabelkanälen muss der Querschnitt verdoppelt werden. Faustregel für DC bis 5 m: Kabelquerschnitt in mm² gleich Strom geteilt durch 3.

Ist im Wohnmobil ein FI-Schutzschalter erforderlich?

Ja. Beide Ausgänge des MultiPlus, AC-out-1 und AC-out-2, benötigen einen eigenen FI-Schutzschalter. Im Wechselrichterbetrieb muss der Neutralleiter mit der Fahrzeugmasse verbunden sein, sonst kann der FI-Schutzschalter keinen Fehlerstrom erkennen.

Reichen Solarmodule im Winter aus?

Im Dezember liefert ein Solarfeld mit 400 Wp in Polen etwa 0,14 kWh pro Tag — das reicht zur Erhaltungsladung, nicht zur Versorgung. Im Winter stammt die Energie hauptsächlich von der Lichtmaschine während der Fahrt und vom Campingplatz-Anschluss.

Was ist bei der Überwinterung mit der Anlage zu tun?

Laden Sie die Batteriebank vollständig auf und schalten Sie den MultiPlus auf „Nur Ladegerät“ oder schalten Sie ihn und den Hauptschalter aus. Prüfen Sie alle 4–6 Wochen den Ladezustand; der Hersteller empfiehlt außerdem ein kleines Erhaltungsladegerät statt eines laufenden Wechselrichters.

Inhalt mit der Dokumentation von Victron Energy (Datenblätter und Handbücher) abgeglichen — Stand: 20.09.2026. Inhaltlichen Fehler melden · Korrekturprotokoll