
VE.Bus BMS NG — LEDs Bluetooth Status, GX Power, Aux in, Load Disconnect, Charge Disconnect, Pre-alarm, Error sowie Ausgänge Remote L und H
VE.Bus BMS NG
Batteriemanagementsystem für Lithium NG in Systemen mit VE.Bus-Wechselrichter oder Wechselrichter/Ladegerät (MultiPlus, Quattro). Es schaltet den Wechselrichter bei zu niedriger Zellspannung und den Ladevorgang bei Überspannung oder unzulässiger Temperatur ab. Weitere Ladegeräte und Verbraucher steuert es über seine Ausgänge. Es verfügt über Bluetooth und erkennt angeschlossene Batterien automatisch.
- 12 / 24 / 48 V
- bis zu 50 Batterien (48 V: 25)
- VE.Bus
- Bluetooth
- Load / Charge disconnect, pre-alarm
BMS zur Steuerung des MultiPlus über VE.Bus
- Bei zu niedriger Zellspannung schaltet es den Wechselrichterbetrieb des MultiPlus/Quattro (über VE.Bus) und die Verbraucher (Ausgang Load disconnect) ab. Mindestens 30 s vorher aktiviert es den Ausgang pre-alarm.
- Bei Zellüberspannung oder unzulässiger Temperatur schaltet es den Ladevorgang des MultiPlus/Quattro und andere Ladegeräte ab (Ausgang Charge disconnect).
- Discharge floor — minimaler SoC (werkseitig 10%), bei dem das BMS die über den ATD-Ausgang gesteuerten Verbraucher abschaltet und Energie für die Selbstentladung zurückhält. Die Einstellung 0 deaktiviert diese Funktion — der Hersteller empfiehlt dies nicht. Die Warnung vor niedrigem SoC (und pre-alarm) wird werkseitig bei 12% ausgelöst.
- SoC am GX: Anders als das VE.Bus BMS V2 überträgt es den Ladezustand über VE.Bus — nach Aktivierung der Option „Battery monitor“ im MultiPlus/Quattro zeigt das GX-Gerät den SoC an (andere BMS-Parameter werden nicht übertragen).
- Kapazität, Spannung und Anzahl der Batterien (in Reihen- und Parallelschaltung) werden automatisch erkannt — sie lassen sich nicht bearbeiten, müssen aber überprüft werden. Der VE.Bus BMS Assistant wird nicht mehr in VEConfigure konfiguriert.
- Das BMS hat keinen Minusanschluss — es erhält Minus über VE.Bus und benötigt daher für den Betrieb einen VE.Bus-Wechselrichter oder ein VE.Bus-Wechselrichter/Ladegerät (zur Inbetriebnahme und zum Auslesen der Daten ohne angeschlossenen Multi kann es separat versorgt werden — das Vorgehen beschreibt das Handbuch). Für Systeme ohne diese Geräte ist das smallBMS NG vorgesehen.

Ausgänge und Eingänge
| Klemme | Funktionsweise | Einsatz |
|---|---|---|
| Load disconnect | normalerweise High (ca. Versorgungsspannung − 1 V), bei Abschaltung potentialfrei; bis 1 A | Remote-Eingang von BatteryProtect, Wechselrichtern und DC-DC-Wandlern; auch ausreichend für ein Leistungsrelais oder einen Schütz |
| Charge disconnect | normalerweise High, bei Ladeabschaltung potentialfrei; Datenblatt: 10 mA (in einem Kapitel des Handbuchs 500 mA) | Remote-Eingang von Ladegeräten (z. B. Smart IP43), Cyrix-Li-Charge, Cyrix-Li-ct, BatteryProtect. Nicht für Relaisspulen oder andere induktive Lasten. |
| Voralarm | bis 1 A, ohne Kurzschlussschutz | Summer, Kontrollleuchte |
| GX-Pow (Ausgang), Aux-In (Eingang) | je 1 A; GX-Pow aus der Batterie oder über Aux-In (höhere Spannung) | Stromversorgung des GX-Geräts; ein AC-DC-Netzteil (min. 1 A bei 12 V) an Aux-In hält GX und VRM nach Abschaltung des Systems in Betrieb |
| Remote L / H | ein: L–H verbunden; L an Minus (< 3,5 V); H zwischen 2,9 V und Batteriespannung | Systemschalter — Schalter oder werkseitige Drahtbrücke erforderlich |
| 2 × RJ45 VE.Bus | Ports „MultiPlus/Quattro“ und „Remote panel“ | Wechselrichter; GX-Gerät, DMC-Panel, VE.Bus Smart dongle |
AC-Ladegeräte und kleinere Wechselrichter steuert das GX-Gerät noch nicht — sie benötigen das Signal Charge disconnect (ATC). VE.Bus-Wechselrichter und Inverter Compact ab 1200 VA benötigen das Kabel „inverting remote on-off“ (ASS030550100 oder -120), SmartSolar bis 150/35 sowie BlueSolar MPPT (außer BlueSolar 150/70 und 150/80 CAN-bus) das VE.Direct-Kabel „non-inverting remote on-off“ (ASS030550320). VE.Direct- und VE.Can-Laderegler an einem GX-Gerät werden über DVCC gesteuert und benötigen daher weder BatteryProtect noch Cyrix.

VE.Bus BMS NG anschließen
Das BMS steuert MultiPlus oder Quattro über VE.Bus und die übrigen Geräte über die Ausgänge Charge und Load disconnect. Es hat keinen eigenen Minusanschluss — Minus erhält es über VE.Bus. Prinzipdarstellung.
- BMS-Kabel der BatterienKette; erstes und letztes Kabel zum BMS.
- Battery+ über eine 1 A-SicherungKabel mindestens 0,75 mm², nicht im Lieferumfang enthalten.
- RJ45 zum WechselrichterPort „MultiPlus/Quattro“; VE.Bus-Firmware xxxx489 oder neuer.
- GX-GerätAn den Port „Remote panel“, GX-Versorgung über den Ausgang GX-Pow.
- SteuerausgängeCharge und Load disconnect sowie pre-alarm für die übrigen Geräte.
Reihenfolge und Anforderungen
- BMS-Kabel der Batterie an das BMS anschließen (mehrere Batterien: in Reihe verbinden, erstes und letztes Kabel an das BMS).
- DC-Kabel des Wechselrichters an die Batterie anschließen.
- Batterieplus über eine 1 A-Sicherung an die Klemme „Battery+“ anschließen — Kabel nicht im Lieferumfang enthalten: einadrig, mindestens 0,75 mm².
- Den VE.Bus-Port des Wechselrichters mit dem mitgelieferten RJ45-Kabel an den Port „MultiPlus/Quattro“ anschließen.
- GX-Gerät: VE.Bus-Port des GX an den Port „Remote panel“, GX-Plus an GX-Pow, GX-Minus an Batterieminus anschließen. Venus OS 2.80 oder neuer erforderlich; aktivieren Sie DVCC.
- VE.Bus-Firmware aller Wechselrichter: xxxx489 oder neuer. Bei Versionen ab xxxx415, aber unter xxxx489 muss der VE.Bus BMS- oder ESS-Assistent installiert werden. Unter xxxx415 erscheint VE.Bus-Fehler 15 — ohne Update funktioniert das BMS NG nicht. Prozessoren 19xxxxx und 20xxxxx werden nicht unterstützt.
- Netzdetektor (im Lieferumfang enthalten): Startet das Wechselrichter/Ladegerät bei anliegender AC-Spannung, wenn das BMS es wegen niedriger Zellspannung abgeschaltet hat. Bei den neuen MultiPlus 12/1600/70 und 12/2000/80, MultiPlus-II, Quattro-II und Wechselrichtern ist er nicht erforderlich. Bei den übrigen Geräten wird am MultiPlus ein AC-Leitungspaar angeschlossen, am Quattro beide; in Parallel- und Mehrphasensystemen nur am Hauptgerät.
- Das BMS muss an Batterieplus angeschlossen sein — nur dann hält es den MultiPlus auch bei AC-Versorgung im Stromsparmodus.
- Ladegeräte und Verbraucher, die nicht vom BMS gesteuert werden, können die Batterie dauerhaft beschädigen. Die Installation ist von qualifizierten Installateuren gemäß den nationalen Sicherheitsvorschriften durchzuführen; schalten Sie das System vor Änderungen an den Anschlüssen aus und prüfen Sie, ob gefährliche Spannungen anliegen. Das Handbuch weist außerdem darauf hin: Öffnen Sie die Lithiumbatterie nicht, montieren Sie sie nicht kopfüber, installieren Sie sie nicht in einem Wohnraum, sorgen Sie für Belüftung und entladen Sie eine neue Batterie nicht vor der ersten vollständigen Ladung.


Ströme und Reserve nach der Abschaltung
- Lithium NG-Batterien: maximaler Dauerlade- und Dauerentladestrom 1C, empfohlen 0,3C beim Laden (laut BMS-Handbuch; das Handbuch der Lithium NG-Batterie selbst empfiehlt 0,5C) und 0,5C beim Entladen; Entladestromimpuls 2C für bis zu 10 s.
- „Allowed to charge: No“ erscheint unter anderem bei einer Batterietemperatur unter 5 °C oder zu hoher Temperatur, wenn eine Zelle die obere Spannungsschwelle erreicht hat oder wenn remote ausgeschaltet ist.
- Nach der Abschaltung wegen niedriger Zellspannung verbleibt etwa 1 Ah je 100 Ah Kapazität. Alle verbleibenden Verbraucher nutzen diese Reserve — laut Handbuch kann bereits ein Reststrom von 10 mA eine 200 Ah-Batterie beschädigen, wenn das System länger als 8 Tage entladen bleibt. Die Batterie muss sofort geladen werden. Der VE.Bus Smart dongle wird nicht vom BMS abgeschaltet und kann bis zu 9 mA aufnehmen.
- Schweifstrom 4% und Ladezustand-Erkennungszeit 3 min (einstellbar). Wenn das System ein Digital Multi Control-Panel sowie ein GX-Gerät oder einen Dongle enthält, ist das Umschalten zwischen Ein/Aus/Nur Ladegerät ausschließlich am DMC möglich.
- Das BMS legt die Ladespannungen von Solarladereglern, Inverter RS, Multi RS oder Multi nicht fest — diese müssen direkt an den Geräten eingestellt werden (in ESS übernimmt dies der Multi entsprechend der Konfiguration).

Drei LEDs
| Blau (Bluetooth) | leuchtet — verbunden; blinkt — Bluetooth aktiv, keine Verbindung; aus — keine Stromversorgung oder Bluetooth deaktiviert |
| Rot | blinkt — Warnung; leuchtet — Alarm oder Fehler; aus — keine Probleme |
| VE.Bus | blitzt alle 10 s — Multi eingeschaltet, BMS sendet Daten; aus — Stromsparmodus (Multi wegen niedriger Zellspannung, remote oder Schalter ausgeschaltet); schnelles Blinken — Bootloader (z. B. nach abgebrochenem Update) |
Codes in VictronConnect: W-/A-B01 niedrige Zellspannung, W-/A-B05 Kommunikation mit der Batterie verloren (BMS-Kabel prüfen), W-/A-B07 niedriger SoC, A-B09 Temperatur zum Laden zu hoch, A-B13 Schutz vor zu niedriger Temperatur, E-B01/E-B05 falsche Batteriekonfiguration, E-B09 Spannung außerhalb des Bereichs (unter 9 V oder über 60 V), E-B36 ATC/ATD-Störung, E-B11 Hardwarefehler, E-B116 Kalibrierung verloren, E-B119 Einstellungen verloren. Eine Warnung kündigt die Abschaltung an, ein Alarm nennt deren Ursache. Vollständige Codeliste mit Beschreibung und Empfehlungen: Fehlercodes smallBMS NG und VE.Bus BMS NG — einige Nummern haben hier eine andere Bedeutung als beim Lynx Smart BMS.
Wenn das System nicht startet
- Der Wechselrichter findet das BMS nicht — er wechselt in den Notbetrieb: lädt mit höchstens 5 A bis 12/24/48 V, nur die LED „mains on“ leuchtet. Ohne Bestätigung des Batteriestatus durch das BMS startet er nach dem Trennen der AC-Versorgung keinen Wechselrichterbetrieb.
- Batterien entladen oder getrennt — der Quattro muss über AC-in-1 versorgt werden (AC-in-2 startet ihn nicht). Wenn der Ladevorgang nicht beginnt, schließen Sie ein kleines Ladegerät (z. B. 5 A) an und warten Sie, bis die Spannung wieder 12/24/48 V erreicht.
- Niedrige Zellspannung — der Wechselrichter wechselt in den Modus „Nur Ladegerät“, ohne AC-Versorgung ist er ausgeschaltet. Hohe Zellspannung deutet meist auf ein Ungleichgewicht hin — der Wechselrichter wechselt mit reduziertem Strom in die Bulk-Phase, damit die Zellen ausgeglichen werden.
- Bluetooth deaktiviert — schalten Sie das BMS aus und wieder ein; Bluetooth ist etwa 30 s lang aktiv und lässt sich in VictronConnect aktivieren.
- Während des Firmware-Updates wird der Ausgang Charge disconnect geöffnet; nach einem fehlgeschlagenen Update wird nach 120 s auch Load disconnect geöffnet.
Allgemeine Diagnose: BMS hat das Laden abgeschaltet.

Häufige Fragen zum VE.Bus BMS NG
Funktioniert das BMS ohne VE.Bus-Wechselrichter?
Nicht im Normalbetrieb — das BMS hat keinen eigenen Minusanschluss und erhält ihn über VE.Bus. Daher benötigt es einen VE.Bus-Wechselrichter oder ein VE.Bus-Wechselrichter/Ladegerät. Zum Starten und Auslesen der Daten ohne angeschlossenen Multi kann es separat versorgt werden; das Verfahren ist im Handbuch beschrieben.
Welche Firmware benötigt der MultiPlus?
VE.Bus xxxx489 oder neuer. Bei Versionen ab xxxx415, aber unter xxxx489 muss der VE.Bus BMS- oder ESS-Assistent installiert werden. Unter xxxx415 erscheint VE.Bus-Fehler 15; Prozessoren 19xxxxx und 20xxxxx werden nicht unterstützt.
Zeigt das GX den Ladezustand an?
Ja — anders als das VE.Bus BMS V2 überträgt das BMS NG den Ladezustand über VE.Bus. Aktivieren Sie dazu die Option „Battery monitor“ im MultiPlus oder Quattro; andere BMS-Parameter werden nicht übertragen.
Wozu dient die Entladegrenze?
Sie ist der minimale Ladezustand (Werkseinstellung 10%), bei dem das BMS die über den ATD-Ausgang gesteuerten Verbraucher abschaltet und Energie für die Selbstentladung zurückhält. Die Einstellung 0 deaktiviert diese Funktion — der Hersteller rät davon ab.
Ist ein Netzdetektor erforderlich?
Er ist im Lieferumfang enthalten und startet das Wechselrichter/Ladegerät bei anliegendem AC neu, wenn das BMS es wegen zu niedriger Zellspannung abgeschaltet hat. Bei neuen MultiPlus 12/1600/70 und 12/2000/80, MultiPlus-II, Quattro-II und Wechselrichtern ist er nicht erforderlich.
Herstellerdokumentation
Inhalt mit der Dokumentation von Victron Energy (Datenblätter und Handbücher) abgeglichen — Stand 19.09.2026. Inhaltlichen Fehler melden · Korrekturprotokoll



