
Lynx Smart BMS NG 500 A — schräge Vorderansicht
Lynx Smart BMS und Lynx Smart BMS NG
BMS, Sicherheitsschütz und Batteriecomputer in einem Gehäuse des Lynx-Systems. Überwacht die Victron-Lithium-Batteriebank auf der Yacht, im Wohnmobil und im Heimspeicher. Bei einem Alarm schaltet es zunächst Ladegeräte oder Verbraucher über ATC/ATD-Signale und DVCC ab; das Schütz trennt die Anlage im Notfall.
- 12 / 24 / 48 V
- Schütz 500 oder 1000 A
- Sammelschienen M10
- Bluetooth
- VE.Can · NMEA 2000
Welche Version für welche Batterie?
Lynx Smart BMS gibt es in zwei Produktfamilien, die äußerlich nahezu gleich aussehen. Jede ist für eine andere Victron-Batterieserie vorgesehen — wählen Sie das BMS passend zur Batterie, nicht umgekehrt.




| Lynx Smart BMS | Lynx Smart BMS NG | |
|---|---|---|
| Für Batterien | Victron Lithium Smart (LiFePO4) 12,8 V und 25,6 V | Victron Lithium NG (LiFePO4) 12,8 V, 25,6 V und 51,2 V |
| Systemspannung | 12, 24 oder 48 V | 12, 24 oder 48 V |
| Max. Anzahl Batterien | 20 | 50 (12,8- und 25,6-V-Batterien) · 25 (51,2-V-Batterien) |
| Max. Energie der Batteriebank | 84 kWh (12 V) · 102 kWh (24 und 48 V) | 192 kWh (12,8-V-Batterien) · 384 kWh (25,6 V) · 128 kWh (51,2 V) |
| Schützvarianten | 500 A i 1000 A | 500 A i 1000 A |
| Sammelschienen | M10 (ältere 500-A-Version: M8) | M10 |
| Batteriemonitor | integriert | integriert; NG-Batterien haben zusätzlich eigene Shunts |
Beide BMS-Familien und beide Batterieserien sind blau und sehen sich sehr ähnlich. Entscheidend ist der Name: Steht „NG“ im Batterienamen, benötigen Sie ein BMS mit dem Zusatz „NG“. Bei einer „Smart“-Batterie ohne „NG“ benötigen Sie ein Lynx Smart BMS ohne diesen Zusatz.
Drei Geräte in einem Gehäuse
BMS. Victron-Lithiumbatterien messen selbst Zellspannungen und Temperatur, doch das BMS entscheidet, wann das Laden unterbrochen oder die Verbraucher abgeschaltet werden müssen. Lynx Smart BMS übernimmt dies über das GX-Gerät (DVCC) sowie über die Kontakte „allow-to-charge“ und „allow-to-discharge“.
Schütz mit 500 oder 1000 A. Die zweite Schutzstufe: Versagt die primäre Steuerung, trennt das Schütz die gesamte Anlage von der Batterie. Es kann auch als ferngesteuerter Hauptschalter des Systems dienen.
Batteriecomputer. Ladezustand, Spannung, Strom und Verlauf — auf dem Smartphone und dem GX-Bildschirm. Deshalb ist in einem System mit Lynx Smart BMS normalerweise kein separater Batteriecomputer wie der SmartShunt erforderlich.
- integrierte Vorladeschaltung — kein Einschaltstromstoß beim Anschließen des Wechselrichters,
- das umfangreichste BMS im Victron-Sortiment für die jeweilige Batterieserie,
- Teil des modularen Lynx-Verteilersystems.

Was Lynx Smart BMS kann
Sicherheitsschütz
500 oder 1000 A Dauerstrom. Trennt die Anlage von der Batterie, wenn die primären Schutzfunktionen (ATC, ATD, DVCC) versagen. Dient auch als Hauptschalter.
Vorladen
Beim Anschließen eines Wechselrichters mit großen Kondensatoren begrenzt die Vorladeschaltung den Einschaltstromstoß. Ein separates Vorladegerät ist nicht erforderlich.
Batteriemonitor
Ladezustand, Spannung, Strom, Verlauf und Status in Echtzeit. Nach Aktivierung von Instant Readout (werkseitig deaktiviert) sind die wichtigsten Daten in der App ohne Verbindung zum BMS sichtbar.
DVCC und ATC-/ATD-Kontakte
Kompatible Wechselrichter/Ladegeräte und Solarladeregler werden automatisch über das GX-Gerät und DVCC gesteuert; im NG-System gilt dies auch für den Orion XS 12/12-50A. Andere Geräte mit einem remote on/off-Eingang lassen sich über die ATC- und ATD-Kontakte steuern.
Relais und Lichtmaschinenmodus
Das Relais dient als Alarmrelais (mit Vorwarnung vor dem Abschalten) oder steuert den Lichtmaschinenregler. Im Modus Alternator ATC schaltet es zuerst die Lichtmaschine ab und öffnet erst nach 2 s das Schütz.
AUX-Ausgang 1,1 A
Versorgt ein ausgewähltes Gerät — etwa ein GX-Gerät — auch dann, wenn das BMS die Verbraucher wegen niedriger Zellspannung abgeschaltet hat. Liegt nach dem Abschalten wegen niedriger Zellspannung (oder nach Erreichen der Entladeschwelle) 5 min lang keine Ladespannung an, wechselt das BMS in den Modus OFF: Schütz geöffnet, AUX und ATC/ATD ausgeschaltet. Betrachten Sie die Abschaltung bei niedriger Zellspannung als letzte Schutzmaßnahme; laden Sie die Batterie danach unverzüglich nach und trennen Sie verbleibende Verbraucher, da selbst kleine Lasten eine tiefentladene Batterie beschädigen können. Der Modus OFF wird durch Anlegen einer Ladespannung oder durch Aus- und Einschalten über den Remote-Schalter oder den Softwareschalter beendet.
VE.Can und NMEA 2000
Mit dem mitgelieferten RJ45-Kabel an den VE.Can-Port des GX-Geräts anschließen — nicht an BMS-Can; Busprofil „VE.Can & Lynx Ion BMS (250 kbit/s)“, Abschlusswiderstände an beiden Netzwerkenden. Auf einer Yacht werden die Daten an das Multifunktionsdisplay übertragen (Kabel VE.Can – NMEA 2000 micro-C erforderlich).
Sicherungsüberwachung
Überwacht bis zu 4 Lynx Distributor Module (ab Seriennummer HQ1909, mit per DIP-Schalter eingestellter Adresse A–D) und deren Sicherungen. Meldet durchgebrannte Sicherungen in VictronConnect und auf dem GX-Gerät.
Parallelbetrieb
Bis zu 5 BMS in einer Anlage, jeweils mit eigener Batteriebank. Voraussetzungen: Firmware jedes BMS ab v1.11, GX-Gerät ab v3.40, BMS mit gleicher Stromstärke (500 + 500 A oder 1000 + 1000 A), gleiche Kabellängen auf der Lastseite zum gemeinsamen Lynx Distributor oder zur Sammelschiene sowie Sperrdioden für jeden parallel verbundenen AUX-Ausgang. Zusammen bilden sie ein System mit Redundanz — fällt eine Batteriebank aus, arbeiten die übrigen weiter.


500 A oder 1000 A — technische Daten
Beide Familien (Smart und NG) haben dieselben Abmessungen und grundlegenden Hardwaredaten aus der Tabelle. Sie arbeiten jedoch mit unterschiedlichen Batterieserien zusammen, und die batterieabhängigen Schwellenwerte können abweichen — beispielsweise beträgt die Schwelle für hohe Zellspannung 3,75 V bei Lithium Smart und 3,60 V bei Lithium NG.
| Parameter | 500 A | 1000 A |
|---|---|---|
| Schütz — Dauerstrom | 500 A | 1000 A |
| Schütz — Spitzenstrom | 600 A für 5 min | 1200 A für 5 min |
| Leistungsaufnahme im Modus ON (bei 12 V) | ca. 2,6 W (217 mA) | ca. 4,2 W (350 mA) |
| Abmessungen (H × B × T) | 190 × 180 × 80 mm | 230 × 180 × 100 mm |
| Gewicht | 1,9 kg | 2,7 kg |
| Sammelschienen · Anzugsdrehmoment | M10 · 33 Nm | M10 · 33 Nm |
Die Leistungsaufnahme im Modus ON hängt vom Zustand der Relais ab. Laut Datenblatt des Lynx Smart BMS (Smart-Serie) hatte die vorherige 500-A-Version M8-Sammelschienen. Für 1000-A-Geräte mit einer Seriennummer vor HQ2340 gilt ein Anzugsdrehmoment von 17 Nm.



- Batteriespannungsbereich
- 9–60 V DC
- Max. Eingangsspannung
- 75 V DC
- Verpolungsschutz
- kein Signal
- Stromaufnahme: OFF / Standby
- 0,3 mA / ca. 0,6 W (50 mA bei 12 V)
- Vorladen — min. Lastwiderstand
- 10 Ω (12 V) · 20 Ω (24 i 48 V)
- AUX-Ausgang
- 1,1 A dauerhaft, selbstrückstellende Sicherung
- ATC- und ATD-Kontakte
- 0,5 A bei 60 V DC
- Alarmrelais (SPDT)
- 2 A bei 60 V DC
- Anschlüsse
- VE.Can (RJ45), I/O-Klemmleiste, BTV (M8), RJ10
- Gehäuse · Schutzart
- ABS · IP22 (Schutzart)
- Betriebstemperatur
- −40 … +60 °C
- Sammelschienen
- verzinntes Kupfer, 8 × 30 mm
Zu einer gemeinsamen Sammelschiene verschraubte Module
Lynx ist ein modulares Gleichstrom-Verteilersystem: Die Module werden nebeneinander über Sammelschienen verbunden, ohne Kabelgewirr. Im Herstellerbeispiel verbindet der erste Lynx Distributor zwei abgesicherte Batteriestränge, in der Mitte sitzt das Lynx Smart BMS, und der zweite Distributor verteilt die abgesicherten Ausgänge auf Wechselrichter, Verbraucher und Ladegeräte.






Der Hersteller empfiehlt dafür mehrere Lynx Class-T Power In-Module. Die NG-Serie und die neuen Module haben M10-Sammelschienen und lassen sich mit allen Lynx M10-Produkten verbinden.
Jeder Lynx Distributor wird mit einem RJ10-Kabel zum BMS geliefert. Nach dem Anschluss (bis zu 4 Module) sehen Sie eine durchgebrannte Sicherung in der App und auf dem GX-Display.
Lynx Smart BMS im System
Vereinfachter Aufbau einer Yacht oder eines Wohnmobils mit Wechselrichter und Solarmodulen. Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Element des Schaltplans oder tippen Sie darauf, um die Beschreibung anzuzeigen.
- Batterien → SicherungenEin Lynx-Modul (z. B. Class-T Power In) verbindet die Batteriestränge und sichert sie ab.
- Lynx Smart BMSDer gesamte Strom fließt durch dessen Schütz und Shunt; die BMS-Kabel (M8) kommen von den Batterien.
- Lynx Distributor → GeräteMultiPlus-II, MPPT und DC-Verbraucher, jeweils über eine eigene Sicherung.
- VE.Can → Cerbo GXDas GX-Gerät steuert über DVCC den Wechselrichter und die Laderegler nach den Vorgaben des BMS.
- ATC / ATD → remote on/offFür Geräte, die nicht mit dem GX-Gerät kommunizieren.
Vollständige Schaltpläne des Herstellers


Worauf Sie achten sollten
Laut Datenblatt ist das BMS nicht gegen Verpolung geschützt. Prüfen Sie vor dem Anschluss der Batterien die Polarität jedes Kabels.
In der normalen Einbaulage befindet sich die Batterie links vom Lynx Smart BMS, Verbraucher und Ladegeräte rechts. Werden die Module kopfüber montiert, sind die Seiten optisch vertauscht: Die Batterie befindet sich rechts, Verbraucher und Ladegeräte links. Eine umgekehrte Stromverteilung ist ein separates Verfahren: Dafür müssen die Messleitungen umgelegt und die Einstellung „Reversed“ gewählt werden. Trennen Sie vor dem Öffnen des Gehäuses alle Spannungsquellen und prüfen Sie mit einem Voltmeter, ob noch Restspannung anliegt. Die Minusanschlüsse aller Verbraucher und Ladegeräte müssen auf der Systemseite des Shunts liegen — andernfalls wird der Ladezustand falsch erfasst.
Das Lynx Smart BMS warnt bei zu hohem Strom lediglich. Sicherungen müssen separat vorgesehen werden — z. B. Lynx Class-T Power In auf der Batterieseite und Lynx Distributor auf der Verbraucherseite. Wählen Sie die Sicherungen passend zu den maximalen Spannungen und Strömen des jeweiligen Stromkreises. Die Summe der Sicherungswerte aller Stromkreise sollte den Nennstrom des Lynx-Moduls beziehungsweise des schwächsten Lynx-Moduls im Verbund nicht überschreiten. Lynx Power In hat keine Sicherungen.
Die Sammelschienen werden mit 33 Nm angezogen (Exemplare vor der Seriennummer HQ2340 — 17 Nm, eingestellte M8-Version — 14 Nm). Eine lose Verbindung birgt bei Strömen von mehreren Hundert Ampere Überhitzungsgefahr.
Der AUX-Ausgang (1,1 A) bleibt auch nach dem Abschalten der Verbraucher bei niedriger Zellspannung aktiv — so kann Cerbo GX weiterhin anzeigen, was passiert ist, und einen Alarm senden.
Das ABS-Gehäuse hat die Schutzart IP22. Montieren Sie es gemeinsam mit den übrigen Lynx-Modulen in einem trockenen Technikraum.
Einstellungen, Statusanzeige und Firmware-Updates — in der VictronConnect-App. Fernzugriff — über die GX-Zentrale und das VRM-Portal.

Häufige Fragen zum Lynx Smart BMS
Ich habe Victron-Batterien. Welches Lynx Smart BMS soll ich wählen?
Prüfen Sie die Batteriebezeichnung. Für Victron Lithium Smart-Batterien (12,8 V und 25,6 V, ohne „NG“ im Namen) ist das Lynx Smart BMS vorgesehen. Für Victron Lithium NG-Batterien (12,8 V, 25,6 V und 51,2 V) ist das Lynx Smart BMS NG vorgesehen. Jede Version ist für ihre jeweilige Serie bestimmt — Einzelheiten finden Sie in der Tabelle oben auf der Seite.
Brauche ich mit dem Lynx Smart BMS noch einen SmartShunt?
In der Regel nicht. Das Lynx Smart BMS hat einen vollwertigen Batteriecomputer integriert: Ladezustand, Spannung, Strom und Verlaufsdaten. Batterien der NG-Serie verfügen zusätzlich über eigene Shunts und übermitteln diese Daten an das BMS.
Wozu dient das Schütz, wenn das BMS ohnehin Ladegeräte und Verbraucher abschaltet?
Die grundlegende Steuerung (DVCC, ATC- und ATD-Kontakte) erfolgt über andere Geräte. Reagiert eines davon nicht, dient das Schütz als zweite Schutzstufe — es trennt die gesamte Anlage von der Batterie. Es lässt sich auch als fernsteuerbarer Hauptschalter nutzen.
Kann ich die Batterien über die Lichtmaschine des Motors laden?
Ja, aber das BMS begrenzt den Lichtmaschinenstrom nicht — es kann lediglich den externen Lichtmaschinenregler abschalten. Das Handbuch empfiehlt, den Regler bei neuen Anlagen an den ATC-Kontakt anzuschließen (das Schütz öffnet ohnehin 2 s nach ATC). Der Relaismodus „Alternator ATC“ ist für ältere Anlagen vorgesehen. Um die Lichtmaschine nicht zu überlasten, wird ein DC-DC-Ladegerät (Ladebooster, z. B. Orion XS) oder eine auf die Lithium-Batterie abgestimmte Lichtmaschine mit passendem Regler eingesetzt.
500 A oder 1000 A?
Entscheidend ist der höchste Strom, der aus der Batterie fließt — meist wird er von den Wechselrichtern aufgenommen. Beispiel (unsere Berechnung): Ein MultiPlus-II 12/5000 nimmt bei voller Dauerleistung von 4000 W aus einer 12-V-Batterie etwa 350 A auf. Das liegt innerhalb der Belastbarkeit der 500-A-Version. Bei zwei solchen Wechselrichtern, hohen Anlaufströmen oder einem 12-V-System mit mehreren großen Verbrauchern ist die 1000-A-Version die sicherere Wahl. Laut Hersteller hält das Schütz 600 A (500-A-Version) oder 1200 A (1000-A-Version) für 5 Minuten aus.
Geräte, mit denen er am häufigsten zusammenarbeitet
Herstellerdokumentation
- Datenblatt Lynx Smart BMS 500 A und 1000 APDF · EN
- Datenblatt Lynx Smart BMS NG 500 A und 1000 APDF · EN
- BMS-Übersicht für Lithium Smart-BatterienPDF · EN
- BMS-Übersicht für Lithium NG-BatterienPDF · EN
- Produktseite Lynx Smart BMS (Handbuch, Schaltpläne)victronenergy.com
- Produktseite Lynx Smart BMS NG (Handbuch, Schaltpläne)victronenergy.com
Diese Beschreibung haben wir unabhängig auf Grundlage der Herstellerdokumentation erstellt. Bei Abweichungen ist die aktuelle Dokumentation von Victron Energy maßgeblich. Einen Fehler im Inhalt können Sie hier melden.
Inhalt mit der Dokumentation von Victron Energy (Datenblätter und Handbücher) abgeglichen — Stand 19.09.2026. Inhaltlichen Fehler melden · Korrekturprotokoll



