Hinweis Den Lichtmaschinenstrom begrenzt hier die Sicherung selbst — sie dient als Shunt. Eine 125 A-Sicherung ergibt etwa 100 A, eine 100 A-Sicherung etwa 90 A.
Victron Hilfecenter
BMS mit Lichtmaschinenladung

Smart BMS 12/200 und Smart BMS CL 12/100

Komplettes BMS für Victron Lithium Battery 12,8 V Smart-Batterien in Fahrzeugen und auf Booten. Es vereint Strombegrenzer, Batteriekoppler und Schutzfunktion: Eine Lichtmaschine beliebiger Größe lässt sich sicher anschließen, wird vor Überlastung geschützt, und die Spannung jeder Zelle wird überwacht. Die Version 12/200 verfügt zusätzlich über den Leistungsanschluss System+ mit 200 A.

  • 12,8 V
  • bis zu 20 Batterien
  • Bluetooth
  • pre-alarm
  • IP65 (Elektronik)
Lichtmaschinenanschluss100 A (125 A-Sicherung)
System+-Anschluss (12/200)200 A, Spitzenstrom 400 A
Batterien im System20 Stück — bis 84 kWh
Start der Lichtmaschinenladung>13 V
Nach den Handbüchern Smart BMS 12-200 und Smart BMS CL 12-100 (HTML-Versionen des Herstellers). Unabhängige Beschreibung. Quellen
Einsatzbereiche

Lichtmaschine und Lithiumbatterie ohne Schäden

Eine Lithiumbatterie nimmt so bereitwillig Strom auf, dass eine normale Fahrzeuglichtmaschine dabei mit maximaler Leistung arbeitet und schon nach wenigen Minuten überhitzen kann. Umgekehrt kann eine entladene Starterbatterie die Lithiumbatterie „leersaugen“. Smart BMS löst beide Probleme: Es begrenzt den Eingangsstrom und lässt ihn nur in einer Richtung fließen — von der Lichtmaschine zur Lithiumbatterie.

Gleichzeitig erfüllt es die üblichen BMS-Aufgaben: Es überwacht Spannung und Temperatur jeder Zelle und schaltet bei Gefahr die Ladung oder die Verbraucher ab. Alles wird per Bluetooth in der VictronConnect-App eingestellt.

  • Lichtmaschinenstrom elektronisch auf etwa 90% des Sicherungsnennstroms begrenzt,
  • Strom fließt erst, wenn die Eingangsspannung 13 V überschreitet, und niemals in Gegenrichtung,
  • bis zu 20 Batterien im System, also bis zu 84 kWh bei 12 V.
Smart BMS 12/200 in Schrägansicht — M8-Anschlüsse und Megafuse-Sicherung
Die Sicherung ist Teil der Schaltung. Die Megafuse am Lichtmaschineneingang arbeitet als Shunt — sie bestimmt den maximalen Ladestrom.
Funktionen

Was Smart BMS leistet

Begrenzung des Lichtmaschinenstroms

Der Eingangsstrom wird elektronisch auf etwa 90% des Sicherungsnennstroms begrenzt. Eine 125 A-Sicherung ergibt etwa 100 A, eine 100 A-Sicherung etwa 90 A. Bei geringerem Bedarf wird ein Paar ATO-Sicherungseinsätze aus dem Lieferumfang verwendet.

Stromfluss nur in eine Richtung

Strom fließt erst bei mehr als 13 V am Eingang zur Lithiumbatterie und nicht zurück zur Starterbatterie — diese wird vor Tiefentladung geschützt.

System+-Anschluss 200 A

Nur bei der Version 12/200: bidirektionaler Leistungsanschluss für Wechselrichter, Ladegerät oder DC-Verbraucher — 200 A Dauerstrom, 400 A Spitzenstrom.

Zellschutz

Das BMS überwacht jede Zelle der Batterie und schaltet bei zu niedriger oder zu hoher Zellspannung sowie bei hoher Temperatur die Lichtmaschine, die Ladequellen oder die Verbraucher ab.

Voralarm

Warnt mindestens 30 Sekunden vor dem Abschalten der Verbraucher — mit einem kontinuierlichen oder unterbrochenen Signal, bei einem Strom bis 1 A (Ausgang ohne Kurzschlussschutz).

Ausgänge Load und Charge disconnect

Zwei Steuerausgänge mit jeweils 10 mA — für den Remote-Eingang von BatteryProtect, Wechselrichter, DC-DC-Wandler oder Ladegerät. Normalerweise auf hohem Pegel, bei Gefahr werden sie hochohmig.

Bluetooth und Instant Readout

Konfiguration, Überwachung und Diagnose in VictronConnect. Instant Readout zeigt die wichtigsten Werte sowie Warnungen und Alarme, ohne eine Verbindung zum Gerät herzustellen.

Fernschaltung

Die Klemmen Remote L und H lassen sich zum Abschalten nur der Lichtmaschinenladung oder des gesamten Systems konfigurieren. Eine Drahtbrücke oder ein Schalter zwischen L und H ist zwingend erforderlich.

Zwei Versionen

12/200 oder CL 12/100

Smart BMS 12/200 von oben
Smart BMS 12/200. Längeres Gehäuse — mit System+-Leistungsanschluss für 200 A.
Smart BMS CL 12/100 — kleinere Version ohne System+-Anschluss
Smart BMS CL 12/100. Nur Lichtmaschinen-Strombegrenzer, ohne Leistungsanschluss. 400 g leichter und 116 mm kürzer.
Smart BMS CL 12/100 mit mitgeliefertem Zubehör
Im Lieferumfang. Massekabel, Stecker mit Drahtbrücke, dreipoliger Stecker und Sicherungen — beim 12/200 auch eine Megafuse 200 A.
ParameterSmart BMS 12/200Smart BMS CL 12/100
Lichtmaschinenanschluss — max. Ladestrom100 A (125 A-Sicherung)100 A (125 A-Sicherung)
System+-Anschluss — Laden und Entladen200 Akein Signal
Spitzenentladestrom400 A—
Stromaufnahme, Remote eingeschaltet17,5 mA16 mA
Stromaufnahme, Remote ausgeschaltet6,5 mA (4,5 mA bei ausgeschaltetem BMS)5 mA
Gewicht2 kg1,6 kg
Abmessungen (H × B × T)65 × 120 × 340 mm65 × 120 × 224 mm
Betriebstemperatur−40°C bis +60°C
LeistungsanschlüsseM8, Anzugsdrehmoment 10 Nm

Beide Versionen unterstützen bis zu 20 Lithium Battery 12,8 V Smart und haben dieselben drei Steuerausgänge: Load disconnect, Charge disconnect und pre-alarm.

Typischer Aufbau

So wird alles angeschlossen

Lichtmaschine und Starterbatterie werden an den Anschluss Alternator/Starter Batt+ angeschlossen, die Lithiumbatterie an Li-Ion+ und der Wechselrichter oder die Verbraucher an System+. Die Kommunikationskabel der Batterien werden in Reihe mit dem BMS-Port verbunden. Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Element im Schaltplan oder tippen Sie darauf. Schematische Darstellung.

Lichtmaschine + Anlasser Smart BMS Lithiumbatt. 12,8 V Wechselr. / Verbraucher Load / Charge disconnect + pre-alarm
Gleichstrom (DC)Kommunikation
Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Element des Schaltplans oder tippen Sie darauf.
  1. Sicherung auswählenSie bestimmt den Strom der Lichtmaschine: 125 A → 100 A, 100 A → 90 A, 60 A → 50 A.
  2. Leistungsanschlüsse verbindenPlus der Starterbatterie an Alternator/Starter Bat+, Plus der Lithiumbatterie an Li-Ion+, Anzugsdrehmoment 10 Nm.
  3. KommunikationskabelZwischen den Batterien in Reihe verbinden, die Enden an den BMS-Port anschließen; zur Verlängerung dienen 3-polige M8-Kabel.
  4. MassekabelDas mitgelieferte GND-Kabel an Minus der Lithiumbatterie und Minus der Starterbatterie anschließen – mit einer Sicherung von 0,3–1,3 A.
  5. Remote on/offEine Drahtbrücke oder ein Schalter zwischen L und H ist zwingend erforderlich, sonst funktioniert das BMS nicht.
Sicherung und Einstellungen

Die Sicherung bestimmt den Ladestrom

Bei diesem BMS dient die Sicherung am Lichtmaschinenanschluss zugleich als Shunt – anhand ihres Nennwerts erkennt das System, wie viel Strom es entnehmen darf. Deshalb muss der in der App eingestellte Wert mit dem tatsächlich eingebauten Sicherungseinsatz übereinstimmen.

SicherungMaximaler Strom der Lichtmaschine
125 A100 A
100 A90 A
80 A60 A
60 A50 A
2 × 30 A (ATO)40 A
2 × 20 A (ATO)25 A
2 × 15 A (ATO)20 A
2 × 10 A (ATO)12 A
2 × 7,5 A (ATO)9 A

Bei einem Strom unter 40 A schreibt der Hersteller den mitgelieferten ATO-Sicherungshalter mit einem passenden Paar Sicherungseinsätze vor. In VictronConnect werden zusätzlich eingestellt: Sicherungstyp, Verhalten des pre-alarm (Dauer- oder Intervallsignal), Vorhandensein eines pre-alarm in der Batterie sowie die Spannungsschwelle zum Abschalten der Ladung – Bereich 13,0–15,3 V, bei Victron Lithium Battery Smart üblicherweise 14,2 V. Die Ladung wird wieder aufgenommen, wenn die Spannung 10 Sekunden lang 0,5 V unter dieser Schwelle bleibt.

Montage

Empfohlene Reihenfolge

Zuerst die Masseverbindungen trennen

Trennen Sie vor der Montage das Kabel vom Minuspol der Starterbatterie und ziehen Sie den Stecker für remote on/off ab, damit sich das BMS während der Arbeiten nicht einschaltet. Die Minuspole der Lithiumbatterien und der Starterbatterie werden zuletzt angeschlossen.

Anzugsdrehmoment 10 Nm

Die Leistungsanschlüsse haben M8-Gewinde. Auch die Muttern der Sicherung müssen fest angezogen sein – eine lose Verbindung wird bei diesen Strömen heiß und brennt durch.

Sicherung im Massekabel

Auch das mitgelieferte GND-Kabel muss abgesichert werden: je nach Installation mit einem Sicherungseinsatz von 0,3 bis 1,3 A. Der Wert wird aus der Stromaufnahme des BMS und der Ausgänge berechnet – beispielsweise ergeben 16 mA + 10 mA + 10 mA + 1 A nach Multiplikation mit 1,25 etwa 1,3 A.

  • Senkrechte Fläche. Der Hersteller empfiehlt die Montage an einer senkrechten Wand – so funktioniert die Kühlung am besten.
  • Kurze Kabel. Planen Sie die Kabelführung vor der Montage, um bei Strömen um 200 A unnötige Verbindungen und lange Leitungsstrecken zu vermeiden.
  • PIN-Code. Bei der ersten Kopplung in VictronConnect geben Sie die PIN vom Informationsaufkleber am Gerät ein.
M8-Kommunikationskabel zwischen Lithiumbatterie und BMS
Kommunikationskabel. Sie werden zwischen den Batterien in Reihe verbunden; die Enden werden an den BMS-Port angeschlossen. Als Verlängerungen dienen 3-polige M8-Kabel mit Stecker und Buchse.
Auswahl

Welches BMS für die Lithiumbatterie?

Diese Produktkarte

Smart BMS 12/200

12-V-Anlage mit Lichtmaschine und Wechselrichter. Der System+-Anschluss mit 200 A ermöglicht den direkten Anschluss des Wechselrichters an das BMS, ohne zusätzliche Steuerverkabelung.

Lichtmaschine + Leistungsanschluss
Ohne Leistungsanschluss

Smart BMS CL 12/100

Dieselbe Strombegrenzung für die Lichtmaschine, aber ohne System+-Anschluss. Kleiner und leichter – wenn Sie Wechselrichter und Verbraucher separat steuern.

Lichtmaschine 100 A
Anlagen ohne Lichtmaschine

smallBMS NG

Einfaches BMS mit denselben drei Steuerausgängen, ohne Strombegrenzung für die Lichtmaschine. Für Systeme mit 12, 24 und 48 V.

Load · Charge · pre-alarm
Wechselrichter/Ladegerät

VE.Bus BMS V2

Wenn ein MultiPlus oder Quattro das Herzstück der Anlage ist – das BMS kommuniziert über VE.Bus mit ihnen und steuert sie direkt.

VE.Bus · MultiPlus
Diagnose

Typische Probleme

Die häufigsten Fehler bei diesem BMS sind ein falscher Sicherungswert und eine vergessene Drahtbrücke für remote on/off.

Lichtmaschine lädt die Lithiumbatterie nicht

Strom fließt erst, wenn die Spannung am Eingang Alternator/Starter Batt+ über 13 V liegt. Prüfen Sie auch, ob bei remote on/off eine Drahtbrücke eingesetzt oder der Schalter geschlossen ist.

Ladestrom niedriger als erwartet

Das ist beabsichtigt: Das System begrenzt den Strom auf etwa 90% des Sicherungswerts. Eine Sicherung mit 100 A ergibt etwa 90 A, mit 60 A etwa 50 A.

App zeigt den Ladestrom nicht an

Bei der ersten Verbindung muss der Sicherungstyp im Einstellungsmenü festgelegt werden – erst dann kann das BMS den Strom in Prozent berechnen.

Ladung bricht vor vollständiger Aufladung ab

Prüfen Sie die eingestellte Spannungsschwelle (Bereich 13,0–15,3 V, typisch 14,2 V). Die Ladung wird wieder aufgenommen, wenn die Spannung 10 Sekunden lang 0,5 V unter der Schwelle bleibt.

BMS hat bei Frost oder Hitze alles abgeschaltet

Das ist eine Reaktion auf die Zelltemperatur. Das BMS selbst arbeitet im Bereich von −40°C bis +60°C, die Lithiumbatterie hat jedoch engere Grenzen – insbesondere beim Laden unter null Grad.

Summer des pre-alarm ertönt zu spät

Der pre-alarm wird mindestens 30 Sekunden vor dem Abschalten der Verbraucher ausgelöst. Er kann von einem Dauersignal auf ein Intervallsignal umgestellt werden; der Ausgang liefert bis zu 1 A und ist nicht kurzschlussfest.

BMS nimmt nach Abschalten über remote weiterhin Strom auf

Bei ausgeschaltetem remote beträgt die Stromaufnahme 6,5 mA (12/200) oder 5 mA (CL) – die BMS-Funktionen bleiben aktiv. Erst bei vollständigem Abschalten des BMS sinkt sie auf 4,5 mA.

Kommunikationskabel der Batterien zu kurz

Sie werden mit 3-poligen M8-Kabeln mit Stecker und Buchse verlängert. Verlängern Sie Leistungskabel nicht ohne Neuberechnung des Kabelquerschnitts – bei 200 A zählt jeder Meter.

Fragen

Häufige Fragen zum Smart BMS

Mit welchen Batterien ist es kompatibel?

Mit Victron Lithium Battery 12,8 V Smart – in einem System sind bis zu zwanzig möglich, was bei 12 V bis zu 84 kWh ergibt.

Warum den Strom der Lichtmaschine begrenzen?

Weil eine Lithiumbatterie so viel Strom aufnimmt, wie die Lichtmaschine liefern kann. Die meisten 12-V-Lichtmaschinen überhitzen und fallen aus, wenn sie länger als etwa fünf Minuten mit maximaler Leistung arbeiten. Das BMS hält den Strom auf dem durch die Sicherung festgelegten Niveau.

Welche Sicherung ist geeignet?

Je nach gewünschtem Strom: 125 A ergibt etwa 100 A, 100 A → 90 A, 80 A → 60 A, 60 A → 50 A. Unter 40 A wird ein Paar ATO-Sicherungseinsätze im mitgelieferten Halter verwendet.

Wie unterscheidet sich das 12/200 vom CL 12/100?

Die Version 12/200 verfügt zusätzlich über den bidirektionalen Leistungsanschluss System+ mit 200 A (400 A Spitzenstrom), an den ein Wechselrichter, ein Ladegerät oder Verbraucher angeschlossen werden. Das CL bietet nur die Strombegrenzung für die Lichtmaschine und ist kürzer und leichter.

Kann ich einen MultiPlus direkt an das BMS anschließen?

Ja, bei der Version 12/200 – der Hersteller zeigt diese Schaltung: Ein am System+-Anschluss angeschlossener Multi benötigt keine Steuerung über die Ausgänge Charge und Load disconnect. Das spart Verkabelung.

Wozu dienen die Ausgänge Load und Charge disconnect?

Zur Steuerung des Fernsteuereingangs anderer Geräte: BatteryProtect, Wechselrichter, DC-DC-Wandler, Ladegerät oder Cyrix-Li-Relais. Die Belastbarkeit beträgt 10 mA – sie eignen sich nicht zur Versorgung einer Relaisspule.

Ist die Drahtbrücke an remote on/off notwendig?

Ja. Der Hersteller schreibt zwischen den Klemmen L und H entweder einen Schalter oder die werkseitige Drahtbrücke vor – andernfalls funktioniert das BMS nicht korrekt.

Wie lassen sich DC-Verbraucher ohne System+-Anschluss steuern?

Über BatteryProtect: Der BMS-Ausgang Load disconnect schaltet bei zu niedriger Zellspannung den Ausgang des BatteryProtect ab und schützt die Batterie so vor weiterer Entladung.

Inhalt mit der Dokumentation von Victron Energy (Datenblätter und Handbücher) abgeglichen — Stand: 20.09.2026. Inhaltlichen Fehler melden · Korrekturprotokoll