Hinweis Änderungen in VEConfigure werden erst mit „Send settings“ an das Gerät übertragen — das Schließen des Programms allein speichert nichts.
Victron Hilfecenter
Software

VEConfigure

Victron-Software zur vollständigen Konfiguration von Geräten mit VE.Bus-Anschluss — MultiPlus, Quattro, EasySolar und Phoenix-VE.Bus-Wechselrichtern. Nur damit lassen sich Assistenten (z. B. ESS), Virtual Switch und der Netzcode einstellen. Die Software läuft unter Windows und verbindet sich über die MK3-USB-Schnittstelle oder aus der Ferne über das VRM-Portal mit dem Gerät.

Windowseinziges offiziell unterstütztes Betriebssystem
4grundlegende Registerkarten: General, Grid, Inverter, Charger
.RVSCDatei zur Fernkonfiguration über VRM
85 sAuslesen eines einzelnen Geräts über VRM
MK3-USB-Schnittstelle zur Verbindung des Computers mit dem VE.Bus-Port

01Wann VEConfigure und wann VictronConnect

Die meisten Einstellungen von MultiPlus und Quattro können Sie heute in VictronConnect ändern (ebenfalls mit MK3-USB, auch unter macOS und Android). VEConfigure ist weiterhin erforderlich für:

  • Assistenten — unter anderem ESS, die Einbindung eines PV-Wechselrichters sowie Generatorstart und -stopp (VE.Bus-Assistenten),
  • Virtual Switch — ein softwaregesteuertes Relais, das von Spannung, Last und SoC abhängt,
  • Änderungen des Netzcodes (grid code),
  • den Einrichtungsassistenten für Lithiumbatterien, die einen Assistenten erfordern, und den externen Stromsensor des MultiPlus-II,
  • Systeme mit Geräten mit altem und neuem Mikrocontroller sowie Geräte mit einer Firmware älter als 415, die VictronConnect nicht vollständig unterstützt.

Victron sieht VEConfigure für geschulte Installateure und Händler vor — eine falsche Konfiguration kann das System dauerhaft beschädigen.

02Installation und Verbindung

VEConfigure 3 ist Teil des Pakets VE Configuration tools (Installationsprogramm VECSetup_B.exe auf der Victron-Downloadseite). Das Paket enthält außerdem VE.Bus Quick Configure und VE.Bus System Configurator (für parallele und 3-phasige Systeme) sowie VEFlash. Beim Start prüft das Programm automatisch auf Updates für sich selbst und die Assistenten, sofern der Computer mit dem Internet verbunden ist.

Was Sie benötigenDetails
ComputerWindows — VEConfigure ist nur für dieses Betriebssystem verfügbar. Unter macOS und Android verwenden Sie VictronConnect (ohne Assistenten, Virtual Switch und Netzcode).
SchnittstelleMK3-USB (ASS030140000); der ältere MK2-USB funktioniert ebenfalls mit VEConfigure.
Kabelein gerades (nicht gekreuztes) RJ45-UTP-Kabel, werkseitig konfektioniert — von Hand gecrimpte Kabel verursachen häufig Probleme, selbst wenn sie im Computernetzwerk funktionieren.
TreiberMit Internetverbindung lädt Windows den Treiber automatisch herunter. Ohne Internet installieren Sie den Treiber vorab (Menü Special → USB Drivers oder Installationsprogramm „VE.Direct/MK3 USB drivers“) und schließen erst danach die Schnittstelle an.
Stromversorgung des GerätsDas Gerät muss mit Strom versorgt und eingeschaltet sein: MultiPlus und Quattro über das AC-Netz oder die Batterie, Multi Compact und Wechselrichter über die Batterie, Ladegeräte über das AC-Netz.
  1. Verbinden Sie den MK3-USB mit dem VE.Bus-Anschluss des Geräts und dem Computer.
  2. Starten Sie VEConfigure 3 und wählen Sie Port selection → Com Port → Auto detect.
  3. Das Programm liest die Einstellungen automatisch aus und öffnet die Registerkarte General.

Ohne Gerät können Sie üben: Port selection → Fake target with full options und anschließend die Systemspannung auswählen. Die Registerkarten Virtual switch und Assistants sind dann gleichzeitig sichtbar. Hilfe zu jedem Feld: Help → What is this? (Ctrl+H).

03Auslesen, Senden und Einstellungsdateien

  • Get settings — liest die Einstellungen aus dem Gerät aus. Dies geschieht nach dem Verbindungsaufbau automatisch; manuell können Sie damit noch nicht gesendete Änderungen verwerfen.
  • Send settings — erst diese Schaltfläche sendet die Änderungen an das Gerät. Das Programm fragt, ob alle Einstellungen oder nur die geänderten Einträge gesendet werden sollen. Starten Sie VEConfigure in parallelen und 3-phasigen Systemen über VE.Bus System Configurator oder Quick Configure — dann fragt es auch, an welche Geräte die Einstellungen gesendet werden sollen.
  • Sicherungskopie: File → Save erstellt eine .VSC-Datei zum erneuten Laden, Export eine im Texteditor lesbare .txt-Datei. Erstellen Sie vor jedem Firmware-Update beide Kopien — das Update löscht die Einstellungen.
  • Werkseinstellungen: Defaults → Set all settings to default, anschließend Send settings.

04Registerkarte General

EinstellungFunktion
System frequencyAusgangsfrequenz im Wechselrichterbetrieb: 50 oder 60 Hz
Shore current / AC input current limitmaximaler Strom am AC-Eingang; wird durch ein angeschlossenes GX-Gerät oder Bedienpanel überschrieben
Overruled by remoteaktiviert: GX oder Digital Multi Control können die Eingangsstrombegrenzung ändern (Boot, Wohnmobil, Campingplatz-Anschluss); deaktiviert: feste Begrenzung, typischerweise in Hausinstallationen und am Generatoreingang
Dynamic current limiterfür kleine Invertergeneratoren: Die Generatorlast steigt schrittweise, damit der Motor reagieren kann. Werkseitig deaktiviert
External current sensorexterner Stromsensor des MultiPlus-II
Battery monitorintegrierter VE.Bus-Batteriemonitor (Kapazität, SoC nach Bulk, Ladewirkungsgrad) — erforderlich für SoC-abhängige Funktionen

Wie Sie die Eingangsstrombegrenzung passend zum Anschluss wählen und wie PowerAssist arbeitet, berechnen Sie im Rechner für die Strombegrenzung.

05Registerkarte Grid und Netzcode

  • Country grid code — jedes Land hat eigene Anforderungen an netzgekoppelte Geräte (Netzausfallerkennung LOM, Spannungs- und Frequenzgrenzen). Zum Ändern des Netzcodes und Deaktivieren von LOM benötigen Sie ein Passwort vom Vertriebspartner. In VictronConnect lässt sich der Netzcode nicht ändern.
  • Dass VEConfigure den Netzcode eines Landes anzeigt, bedeutet nicht, dass das Modell dort zugelassen ist — prüfen Sie die Zertifikate (z. B. darf in Deutschland nur der MultiPlus-II ohne externe ENS betrieben werden).
  • Im ESS muss ein Netzcode eingestellt sein, auch ohne Netzeinspeisung — mit dem Code „None“ versorgt das System die Verbraucher bei vorhandenem Netz nicht aus der Batterie.
  • Accept wide frequency range — erweiterter Eingangsfrequenzbereich (45–65 Hz), hauptsächlich für Generatoren.
  • AC-Spannungsgrenzen am Eingang (MultiPlus-II werkseitig 180–270 V). Bei Synchrongeneratoren mit AVR (üblicherweise ab 10 kVA) empfiehlt Victron, die untere Grenze auf 220 V anzuheben.
  • UPS function — werkseitig aktiviert: Umschaltung auf Wechselrichterbetrieb praktisch ohne Unterbrechung. Deaktivieren Sie diese Funktion, wenn sich der MultiPlus nicht mit dem Generator synchronisiert oder ständig auf Wechselrichterbetrieb umschaltet.

06Registerkarte Inverter

  • Ausgangsspannung — üblicherweise 230 V (Bereich 210–245 V).
  • Ground relay — verbindet im Wechselrichterbetrieb N mit PE, damit Fehlerstrom-Schutzschalter funktionieren (Erdung und RCD).
  • DC input low shut-down / restart / pre-alarm — Spannungen für die Abschaltung des Wechselrichters, den Neustart (mindestens 1 V über der Abschaltspannung) und die Vorwarnung. Stellen Sie diese nach den Vorgaben des Batterieherstellers ein. Pre-alarm ist ein Versatz zur Neustartspannung; Änderungen der Schwellen ändern daher auch seinen Wert. Im ESS werden diese Felder ignoriert — stattdessen gilt die dynamische Abschaltung des ESS-Assistenten.
  • AES — reduziert den Leerlaufverbrauch (beim MultiPlus-II um ca. 20%); bei Verbrauchern mit hohem Anlaufstrom deaktivieren. Search mode reduziert den Verbrauch stärker (ca. 70%) — der Wechselrichter schaltet ohne Last ab und prüft alle 2 s, ob ein Verbraucher eingeschaltet wurde (MultiPlus-II werkseitig: Abschaltung unter 40 W, Einschaltung ab 100 W).
  • PowerAssist — benötigen die Verbraucher mehr Strom als die Eingangsstrombegrenzung zulässt, liefert der Wechselrichter zusätzlichen Strom aus der Batterie. Bei aktivierter Funktion gilt eine modellabhängige Mindest-Eingangsstrombegrenzung (MultiPlus-II 3 kVA: 4 A, 5 kVA: 6 A, 8–15 kVA: 11 A). Lassen Sie Boost factor auf 2, sofern Victron nichts anderes empfiehlt.

07Registerkarte Charger

  • Absorptions- und Erhaltungsspannung, Ladestrom — MultiPlus-II werkseitig: 14,4 / 28,8 / 57,6 V und 13,8 / 27,6 / 55,2 V (Profil Victron Gel Deep Discharge). Für Blei-Säure-Batterien beträgt der Ladestrom ca. 10–20% der Kapazität. Wählen Sie den Batterietyp aus der Liste oder geben Sie die Werte des Batterieherstellers ein.
  • Lithium batteries — deaktiviert die Temperaturkompensation und ändert die Schwelle für einen erneuten Bulk-Ladezyklus (Float − 0,2 V statt − 1,3 V, bei 12 V).
  • Charge curve — Adaptive (empfohlen) oder Fixed; Repeated absorption (werkseitig 1 h alle 7 Tage) und maximale Absorptionsdauer.
  • Storage mode — nach 24 h in Float wird die Spannung weiter abgesenkt (MultiPlus-II: 13,2 / 26,4 / 52,8 V). Stop after excessive bulk — schaltet das Ladegerät ab, wenn die Absorptionsphase nicht innerhalb von 10 h erreicht wird.
  • Weak AC — für schwache Stromquellen mit verzerrter Wellenform; reduziert den maximalen Ladestrom um ca. 20%. Nur aktivieren, wenn das Ladegerät am Generator kaum lädt.

Bei einer Batterie mit CAN-bus-BMS und aktiviertem DVCC überschreibt die Batterie sämtliche Ladegeräteeinstellungen (DVCC). Im ESS laden die MPPT-Laderegler nach der in VEConfigure eingestellten Ladekurve.

08Virtual Switch

Virtual Switch steuert das Multifunktionsrelais (potenzialfreier Kontakt) oder das AC-Eingangsrelais — beispielsweise zum Ignorieren des Netzes oder zum Starten des Generators anhand von Batteriespannung, Last und SoC. „ON“-Bedingungen haben Vorrang vor „OFF“; die Zeit −1 deaktiviert die Bedingung, 0 bedeutet Betrieb ohne Verzögerung.

Beispiel für den Generatorstart: Registerkarte Usage → Use VS to control multifunctional switch; ON-Bedingungen: Batteriespannung unter dem Schwellenwert (z. B. 11,75 V) oder Last über dem Schwellenwert (z. B. 1000 W); Mindestlaufzeit (z. B. 30 min) unter VS options. Verwenden Sie hier keinen Alarm — dieser würde den Wechselrichter vor dem Generatorstart abschalten.

Die Registerkarten Virtual Switch und Assistants hängen von der Firmware ab: 1xx bietet nur Virtual Switch, 2xx und 3xx nur Assistenten, 4xx (neuer Mikrocontroller) beides. Einen Teil der Virtual-Switch-Funktionen bietet VictronConnect unter „AC input control“.

09Remote VEConfigure über VRM

Die Einstellungen von MultiPlus und Quattro lassen sich aus der Ferne ändern — auch die Assistenten sowie die Einstellungen in Parallel- und 3-Phasen-Systemen.

  • Voraussetzungen: GX-Gerät mit Venus OS v2.17+, Anlage in VRM online, VRM-Zugriff auf Full eingestellt, GX direkt aus der Batterie versorgt (nicht vom AC-Ausgang des Wechselrichters) und VEConfigure auf dem Computer. VE.Bus-Firmware 416 und 417 lässt sich nicht aus der Ferne konfigurieren.
  1. VRM → Device list → unten Remote VEConfigure. Das Auslesen dauert ca. 85 s pro Gerät (mit Assistenten länger).
  2. Laden Sie die .RVSC-Datei auf Ihren Computer herunter und öffnen Sie sie in VEConfigure.
  3. Ändern Sie die Einstellungen und speichern Sie über die Schaltfläche zum Schließen des Fensters (oben rechts), indem Sie das Speichern bestätigen. File → Save As erstellt eine .VSC-Datei, die sich nicht aus der Ferne hochladen lässt.
  4. Wählen Sie in VRM erneut Remote VEConfigure → Upload und dann die .RVSC-Datei.

Die Datei wird zunächst an das GX übertragen; ein kurzzeitiger Internetausfall ist daher unproblematisch. Änderungen an den Assistenten führen zu einem kurzen Aus- und Einschalten des Geräts. VRM vergleicht die Seriennummern mit der Datei, damit die Einstellungen nicht an eine andere Anlage gesendet werden; beim Austausch eines Geräts in einem Mehrgerätesystem akzeptiert es eine geänderte Nummer (Venus OS v2.62+). Archivieren Sie deshalb nach der Inbetriebnahme der Anlage immer die .RVSC-Datei.

10Wenn keine Verbindung besteht

  • Prüfen Sie, ob das Gerät mit Strom versorgt und eingeschaltet ist und ein werkseitig konfektioniertes, gerade durchverbundenes RJ45-Kabel verwendet wird.
  • Im Windows-Geräte-Manager erscheint die Schnittstelle als FTDI-Gerät (USB/Serial) — fehlt sie, installieren Sie den Treiber.
  • MK3-USB mit GX testen (Venus OS v2.23+): Trennen Sie den MultiPlus vom VE.Bus-Port des GX, verbinden Sie den MK3-USB mit dem USB-Port des GX und den MultiPlus mit dem MK3. Erscheint der MultiPlus nicht auf dem GX, ist die Schnittstelle möglicherweise defekt.
  • Alte Geräte mit Firmware 14xx, 15xx und 17xx (bis 17xx129) werden nur vom eingestellten VEConfigure 1 mit MK2-USB unterstützt.

Betroffene Geräte

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Quellen

Inhalt mit der Dokumentation von Victron Energy (Datenblätter und Handbücher) abgeglichen — Stand: 24.09.2026. Inhaltlichen Fehler melden · Korrekturprotokoll