01Zuerst prüfen

- Tageszeit und Wetter. Der Laderegler beginnt zu laden, wenn die Modulspannung um 5 V höher als die Batteriespannung ist, und lädt weiter, solange sie um 1 V höher ist. Abends, nachts und bei dichter Bewölkung ist es normal, dass er nicht lädt.
- Ob die Batterie einfach voll ist. In der Float-Phase sinkt der Ladestrom nahezu auf null — das ist kein Defekt.
- Fehlercode auf der Statusseite in VictronConnect. Falls einer angezeigt wird, beginnen Sie mit der Liste der Fehlercodes.
- Sichtbare Schäden: gerissenes Gehäuse, verschmorte oder geschmolzene Klemmen, Wasser- oder Korrosionsspuren. Das Handbuch weist darauf hin, dass solche Schäden in der Regel nicht von der Garantie abgedeckt sind.
Einige Laderegler erlauben eine Modulspannung bis 250 V. Spannungen über 50 V gelten als gefährlich — Messungen bei solchen Spannungen sollte eine qualifizierte Fachkraft durchführen.
02Diagnose Schritt für Schritt

1Reagiert der Laderegler überhaupt?
Der Laderegler ist aktiv, wenn seine LEDs leuchten oder blinken und sich eine Verbindung über VictronConnect herstellen lässt (Bluetooth oder VE.Direct). Er hat keinen Ein-/Ausschalter — er schaltet sich ein, sobald er von der Batterie, den Solarmodulen oder beiden mit Strom versorgt wird.
Weiter mit Schritt 2.
Trennen Sie vor Arbeiten an Kabeln, Sicherungen oder Schaltern zuerst PV und dann die Batterie; schließen Sie bei der Wiederinbetriebnahme zuerst die Batterie und dann PV an — eine falsche Anschlussreihenfolge kann den Laderegler oder die Anlage abschalten oder beschädigen. Messen Sie mit einem Messgerät die Spannung an den Batterie- und PV-Klemmen des Ladereglers. Ist sie zu niedrig, prüfen Sie den Durchgang der Kabel sowie die Sicherungen und Schalter in den Batterie- und PV-Leitungen. Ziehen Sie die Batterie-, Verbraucher- und PV-Klemmen mit 0,75 Nm an. Prüfen Sie den Ladezustand der Batterie (bei Bedarf mit einem anderen Ladegerät) und den Zustand des Solarmodulfelds. Ist die Spannung korrekt und reagiert der Laderegler weiterhin nicht, ist er defekt.
2Zeigt VictronConnect einen Fehlercode an?
Fehler werden auf der Statusseite angezeigt, die letzten Fehler im Verlauf. Der Laderegler signalisiert sie auch durch LED-Kombinationen (siehe LED-Decoder).
Prüfen Sie die Bedeutung des Codes unter MPPT-Fehlercodes. Am häufigsten: Err 33 (PV-Überspannung), Err 38 (Abschaltung des PV-Eingangs), Err 2 (Batteriespannung zu hoch), Err 67 (keine Verbindung zum BMS).
Weiter mit Schritt 3.
3Zeigt die App an, dass der Laderegler ausgeschaltet ist (Off)?
Klicken Sie auf der Statusseite auf „Why is the charger off?“ — die App erklärt den Grund. Mögliche Ursachen laut Handbuch:
- Modulspannung zu niedrig — Nacht, Wolken, Schatten, verschmutzte Module, niedriger Sonnenstand im Winter, falsche Ausrichtung; defektes Modul, lose oder falsch gecrimpte MC4-Steckverbinder, durchgebrannte Sicherungen, geöffnete Schalter, falsch eingesetzte Verteiler; zu wenige Module in Reihe; verpolte PV-Kabel.
- Einstellungen werden am externen Display bearbeitet (MPPT Control) — der Ladevorgang wird nach dem Schließen des Menüs fortgesetzt.
- Laden in den Einstellungen deaktiviert — prüfen Sie in den Batterieeinstellungen von VictronConnect, ob das Ladegerät eingeschaltet ist.
- Über Remote oder BMS ausgeschaltet (über den VE.Direct-Port). Bei Lithiumbatterien mit BMS ist das normal: Das BMS schaltet den Laderegler bei voller Batterie oder niedriger Temperatur (unter ca. 5 °C) aus; der Ladevorgang wird automatisch fortgesetzt. Erfolgt die Abschaltung unerwartet, prüfen Sie die Einstellungen des RX-Ports und das Kabel VE.Direct non-inverting remote on/off.
- Niedrige Temperatur der Lithiumbatterie — Batterieschutz, kein Defekt. Die Funktion „Low temperature cut-off“ des Ladereglers funktioniert nur im VE.Smart-Netzwerk mit Temperaturmessung durch Battery Sense oder einen Batteriecomputer mit Sensor. Laden Sie LiFePO4-Batterien nicht bei Frost: Victron LiFePO4 Smart lässt das Laden nur bei Temperaturen von +5 °C bis +50 °C zu; bei Batterien anderer Hersteller steht der zulässige Bereich im jeweiligen Datenblatt. Siehe LiFePO4 im Winter.
Beheben Sie die von der App angezeigte Ursache. Liegt es am BMS oder an niedriger Temperatur, reicht meist Abwarten.
Weiter mit Schritt 4.
4Zeigt die App eine externe Steuerung an?
Eine Batterie mit BMS oder ein ESS-System kann den Laderegler über ein GX-Gerät (DVCC) steuern — dann entscheidet das System, ob und mit welcher Spannung und welchem Strom geladen wird. VictronConnect und GX zeigen an, dass der Laderegler extern gesteuert wird.
Das ist normaler Betrieb, kein Defekt. Suchen Sie die Ursachen in den DVCC-/ESS-Einstellungen und im BMS der Batterie (siehe BMS hat das Laden abgeschaltet).
Weiter mit Schritt 5.
5Der Laderegler ist aktiv, aber der Ladestrom liegt bei null oder nahezu null?
Die App zeigt die richtige Ladespannung, aber nahezu keinen Strom an. Prüfen Sie der Reihe nach:
- Die Batterie ist voll. Die Bulk-Phase entspricht etwa 0–80% Ladezustand, Absorption 80–100%, Float — 100%. Achtung: Zu niedrig eingestellte Ladespannungen führen zum Wechsel in die Float-Phase, bevor die Batterie voll ist.
- Die Batterie ist nicht angeschlossen. Ohne Batterie kann der Solarladeregler eine Spannung und Ladephase anzeigen, der Strom ist jedoch null. Vergleichen Sie die Spannung an den Reglerklemmen mit der Spannung an den Batterieklemmen — eine Abweichung weist auf eine Unterbrechung hin: lose Kabel oder Verbindungen, schlecht vercrimpte Kabelschuhe, eine durchgebrannte oder fehlende Sicherung, ein geöffneter Trennschalter oder ein Verdrahtungsfehler.
- Verpolte Batterie. Ein rotes Kabel ist nicht immer Plus — prüfen Sie dies mit einem Multimeter. Der Solarladeregler ist nicht gegen einen verpolten Batterieanschluss geschützt; daraus entstandene Schäden sind nicht von der Garantie abgedeckt. Häufig brennt dabei die Sicherung des Reglers durch — sogar vor der Sicherung im Batteriekabel.
- Durchgebrannte Sicherung des Reglers. Nehmen Sie die Sicherung heraus und prüfen Sie den Durchgang mit einem Multimeter. Prüfen und korrigieren Sie die Batteriepolarität, bevor Sie eine neue Sicherung einsetzen. Brennt auch die neue Sicherung durch, ist der Regler wahrscheinlich defekt.
- Zu niedrig eingestellte Ladeparameter: „Battery voltage“, „Absorption voltage“ und „Float voltage“ sind zu niedrig eingestellt oder „Max charge current“ steht auf null oder einem sehr kleinen Wert.
- Aktive Temperaturkompensation. Ist die Batterietemperatur zu hoch oder die Funktion falsch konfiguriert, kann der Ladestrom null oder nahezu null sein. Prüfen Sie die Einstellungen der Temperaturkompensation.
- Zu hohe Modulspannung. Wird die maximale PV-Spannung überschritten, stoppt der Regler das Laden, zeigt Fehler #33 an und die LEDs für Absorption und Float blinken schnell. Das Laden wird fortgesetzt, sobald die PV-Spannung auf 5 V unter dem Maximum fällt. Prüfen Sie im Verlauf die höchste tägliche Modulspannung (Vmax). Die Leerlaufspannung der Module (Voc) steigt, wenn die Temperatur unter 25 °C fällt — pro Grad um den Prozentsatz, den der Voc-Temperaturkoeffizient im Moduldatenblatt angibt. Bei Victron BlueSolar-Modulen (−0,35%/°C) sind das bei −20 °C etwa 16% mehr als im Datenblatt. Victron empfiehlt mindestens 10% Spannungsreserve und in kalten Klimazonen eine Berechnung der Voc für die niedrigste zu erwartende Temperatur. Eine Überschreitung der Spannung kann den Regler beschädigen; dieser Schaden ist nicht von der Garantie abgedeckt. Berechnen Sie das PV-Modulfeld im MPPT-Rechner.
- Verpolte Solarmodule. Der PV-Eingang ist geschützt, sofern die Installation den Spezifikationen entspricht; es erscheint keine Fehlermeldung. Symptome: kein Ladestrom, starke Erwärmung des Reglers und eine PV-Spannung nahe null. Prüfen Sie mit einem Multimeter, ob der Pluspol der Module an der Klemme PV+ liegt.
Beheben Sie die Ursache. Gehen Sie bei Verpolung und durchgebrannter Sicherung wie oben beschrieben vor.
Weiter mit Schritt 6.
6Ist die Batterie am Tagesende nicht voll geladen?
- Zu wenig Solarenergie. Prüfen Sie im Verlaufsreiter von VictronConnect, ob der Regler täglich die Float-Phase erreicht. Das Diagramm zeigt die Zeit in den Phasen Bulk, Absorption und Float der letzten 30 Tage. Falls nicht, ist das PV-Modulfeld zu klein, die Last zu hoch oder das Modulfeld liefert weniger als erwartet (Schritt 7). Dies gilt nicht für ESS-Systeme — bei angeschlossenem Netz bleiben sie ständig in der Bulk-Phase.
- Zu hohe DC-Last. Die Batterie wird nur geladen, wenn die Modulleistung den Verbrauch der angeschlossenen Verbraucher einschließlich des Wechselrichters übersteigt. Vergleichen Sie den Strom vom Regler mit dem Verbraucherstrom — am besten mit einem Batteriecomputer oder einer Strommesszange.
- Spannungsabfall in den Batteriekabeln. Der Regler liefert die richtige Spannung, an der Batterie kommt jedoch weniger an. Victron empfiehlt, den Spannungsabfall in den DC-Kabeln auf höchstens 2,5% zu begrenzen (12 V: 0,3 V, 24 V: 0,6 V, 48 V: 1,2 V). Prüfen Sie dies bei vollem Ladestrom: Vergleichen Sie die Spannung an den Reglerklemmen mit der Spannung an den Batterieklemmen. Ursachen: zu dünne Kabel, schlecht vercrimpte Kabelschuhe, lose Verbindungen oder eine lose beziehungsweise defekte Sicherung. Einen kleinen Spannungsabfall kann das VE.Smart-Netzwerk ausgleichen: Smart Battery Sense oder ein Batteriecomputer übermittelt dem Regler die Batteriespannung. Ein großer Spannungsabfall muss durch Korrekturen an der Verkabelung behoben werden. Die Kabelquerschnitte können Sie im Kabelrechner berechnen.
- Falsch eingestellte Temperaturkompensation. Dies betrifft in der Regel nur Blei-Säure-Batterien — entnehmen Sie den Koeffizienten der Batteriedokumentation. Schalten Sie die Temperaturkompensation bei Lithiumbatterien aus.
- Unterschiedliche Temperaturen von Regler und Batterie. Ohne Angaben zur Batterietemperatur kompensiert der Regler die Spannung anhand seiner Umgebungstemperatur. Steht er beispielsweise an einem sonnigen Fenster und die Batterie auf einem kalten Boden im Schatten, ist die Ladespannung nicht korrekt. Sorgen Sie für ähnliche Bedingungen oder übermitteln Sie die Batterietemperatur über VE.Smart.
- Zu niedrig eingestellte Spannungen oder zu geringer Ladestrom — wie in Schritt 5.
Korrigieren Sie die Verkabelung oder Einstellungen oder vergrößern Sie das PV-Modulfeld — die Bilanz berechnen Sie im Energiebilanz-Rechner.
Weiter mit Schritt 7.
7Erreicht der Regler nicht die volle Leistung?
- Die Leistung hängt von der Batteriespannung ab. Der Ausgangsstrom ist auf den Nennstrom begrenzt. Ein Regler 75/15 liefert daher beispielsweise an eine 12 V-Batterie etwa 180 W (15 A × 12 V), an eine 24 V-Batterie etwa 360 W — auch mit einem 360 W-Modul.
- Das PV-Modulfeld ist zu klein oder liefert nicht die volle Leistung: niedriger Sonnenstand, Wolken, Schatten, Verschmutzung, falsche Ausrichtung, beschädigte Module oder Probleme mit Kabeln, Sicherungen und Verteilern. Vergleichen Sie im Verlauf die tägliche maximale Leistung (Pmax) mit der Modulleistung.
- Unterschiedliche Module in einem Modulfeld — das Handbuch empfiehlt Module derselben Marke, desselben Typs und Modells.
- Leistungsoptimierer — verwenden Sie diese nicht mit einem MPPT-Laderegler: Sie stören dessen Regelalgorithmus und können ihn im schlimmsten Fall dauerhaft beschädigen.
- Reglertemperatur über 40 °C — die volle Leistung steht bis 40 °C zur Verfügung, darüber wird sie reduziert (Betrieb bis 60 °C). Montieren Sie den Regler senkrecht, mit den Klemmen nach unten und ausreichender Belüftung.
- Verschmorte oder geschmolzene PV-Anschlüsse — meist durch lose Schrauben, starre Kabel oder schlecht vercrimpte MC4-Steckverbinder verursacht; diese Schäden sind nicht von der Garantie abgedeckt.
8Das umgekehrte Problem: Wird die Batterie überladen?
Überladung ist gefährlich — sie kann zur Explosion der Batterie, zu einem Brand oder zum Austritt von Elektrolyt führen. Rauchen Sie nicht im Batterieraum, vermeiden Sie Funken und verwenden Sie dort kein offenes Feuer. Ursachen laut Handbuch: eine zu hohe Einstellung für „Battery voltage“ (z. B. wenn der Regler aus einer 24 V-Anlage in eine 12 V-Anlage übernommen wurde — die automatische Erkennung funktioniert nur bei der ersten Inbetriebnahme), zu hohe Absorptions- und Float-Spannungen im Verhältnis zu den Empfehlungen des Batterieherstellers, Ausgleichsladung einer dafür ungeeigneten Batterie (verschlossene Batterien und Lithiumbatterien dürfen keine Ausgleichsladung erhalten), eine zu kleine Batterie, die mit erheblich zu hohem Strom geladen wird, oder eine alte beziehungsweise beschädigte Batterie mit einer defekten Zelle.
03Wann ein Gerätedefekt vorliegt

Laut Handbuch ist der Solarladeregler wahrscheinlich defekt, wenn er trotz korrekter Batterie- oder PV-Spannung an den Klemmen nicht reagiert, eine neue Sicherung erneut durchbrennt oder der Fehlercode auf einen internen Fehler hinweist. Wenden Sie sich zur Reparatur oder zum Austausch an den Händler oder Installateur, bei dem Sie den Solarladeregler gekauft haben. Halten Sie Modell, Seriennummer, Firmware-Version und Screenshots aus VictronConnect bereit.
Betroffene Geräte
SmartSolar MPPT 75/10–100/20Kleine Solarladeregler mit Bluetooth für Wohnmobile, Boote und Ferienhäuser.
SmartSolar MPPT 150 und 250 VSolarladeregler mit 35–100 A für höhere PV-Spannungen: 150 V und 250 V, Varianten Tr, MC4 und VE.Can.
Smart Battery SenseDrahtloser Batteriespannungs- und Temperatursensor für Solarladeregler und Ladegeräte über VE.Smart.
LiFePO4 Smart 12,8/25,6 VLithium-Eisenphosphat-Batterien mit Bluetooth — Betrieb nur mit externem BMS.
Cerbo GXSystemsteuerzentrale und Gateway zum VRM-Portal.