Hinweis Laden Sie LiFePO4-Batterien nicht bei Frost: Victron LiFePO4 Smart lässt das Laden nur bei Temperaturen von +5 °C bis +50 °C zu. Bei Batterien anderer Hersteller finden Sie den Bereich im jeweiligen Datenblatt.
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Ratgeber

LiFePO₄-Batterie im Winter

Basierend auf den Handbüchern für Victron Lithium Smart (rev 21, 01/2026) und Lithium NG 12,8 V (rev 11, 03/2026) sowie den Handbüchern für SmartSolar MPPT und Orion XS. Für Batterien anderer Hersteller können andere Bereiche gelten — prüfen Sie deren Datenblätter.

+5 °CMinimale Ladetemperatur
−20 °CMinimale Entladetemperatur
80 AhKapazität einer 100-Ah-Batterie bei 0 °C
ca. 50%Kapazität von Lithium NG bei −20 °C
Victron LiFePO4 Smart Batterie

01Temperaturbereiche

Lithium Smart und Lithium NG
Ladenvon +5 °C bis +50 °C
Entladenvon −20 °C bis +50 °C
Lagerungvon −45 °C bis +70 °C

Wichtig: Bei Frost darf die Batterie Verbraucher versorgen, aber nicht geladen werden. Laden außerhalb des zulässigen Temperaturbereichs kann die Batterie beschädigen. Beim Laden einer Lithium-Smart-Batterie unter 5 °C erlischt die Garantie.

Das Handbuch für Lithium NG nennt zusätzlich Strombegrenzungen: Bei 0 °C und darunter muss der Entladestrom auf 0,5C begrenzt werden (bei 200 Ah — 100 A), unter 15 °C der Ladestrom auf höchstens 0,3C (bei 200 Ah — 60 A). Über 35 °C müssen beide Ströme ebenfalls reduziert werden.

02Kapazität bei Frost

Daten der Lithiumbatterie in VictronConnect — den Ladezustand berechnet der Batteriecomputer.
Daten der Lithiumbatterie in VictronConnect — den Ladezustand berechnet der Batteriecomputer.

Die Nennkapazität wird für 25 °C angegeben. Laut Handbuch für Lithium NG sinkt sie bei 0 °C um ca. 20% und bei −20 °C auf ca. 50%. Tabelle für Lithium Smart 12,8 V/100 Ah: 100 Ah bei 25 °C, 80 Ah bei 0 °C, 50 Ah bei −20 °C.

Den SoC berechnet der Batteriecomputer, nicht die Batterie selbst — bei Frost kann die Anzeige daher höher sein als der tatsächliche Wert. Das Handbuch empfiehlt, beim Entladen bei niedrigen Temperaturen vor allem die Batterie- und Zellspannungen zu überwachen. Mehr zum SoC: SoC stimmt nicht.

03Was das Laden bei Frost sperrt

AufbauSo funktioniert die Ladesperre
Lithium Smart / Lithium NG mit Victron-BMSDie Batterie misst die Temperatur und meldet einen Alarm an das BMS. Bei zu niedriger Temperatur (Lithium NG: unter 5 °C; Lithium Smart: Schwelle „Allowed to charge minimum temperature“ in VictronConnect) schaltet das BMS die Ladegeräte ab. Das funktioniert nur, wenn jedes Ladegerät vom BMS gesteuert wird — über den Kontakt zur Ladeabschaltung oder über GX (DVCC).
SmartSolar MPPT-LadereglerEinstellung „Low temperature cut-off“ (werkseitig deaktiviert, Standardschwelle 5 °C). Sie funktioniert nur im VE.Smart-Netzwerk, wenn der Laderegler die Batterietemperatur von einem Smart Battery Sense oder einem Batteriecomputer mit Temperatursensor erhält. Das Laden wird fortgesetzt, sobald die Temperatur um 0,5 °C über die Schwelle steigt. Bei Lithium Smart ersetzt diese MPPT-Funktion kein BMS: Die Batterie misst die Temperatur und meldet einen Alarm, erst das externe BMS schaltet die Ladegeräte ab. Für SuperPack ab Seriennummer HQ2040 nicht erforderlich — diese sperren das Laden selbst.
Orion XSEntsprechende Einstellung im Batterieprofil; funktioniert nur, wenn ein anderes Gerät die Batterietemperatur bereitstellt (z. B. BMV-712 oder SmartShunt im VE.Smart-Netzwerk), und nicht, wenn das Ladegerät vom BMS gesteuert wird. Das Auslösen wird als Warning 151 angezeigt.

Fazit: Bei einer Lithiumbatterie ohne eigene Ladesperre bei Frost sind eine Messung der Batterietemperatur (Smart Battery Sense oder Batteriecomputer mit Sensor) und eine aktivierte Ladesperre in jedem Ladegerät erforderlich. Laden im Winter ist nur möglich, wenn die Batterie über +5 °C gehalten wird — beispielsweise durch Einbau im beheizten Fahrzeugbereich.

Bei Ladegeräten für Lithiumbatterien ist keine Temperaturkompensation der Ladespannung erforderlich — deaktivieren Sie diese oder stellen Sie 0 mV/°C ein.

04Wohnmobil oder Boot überwintern

  • Laden Sie die Batterien vor der Standzeit vollständig auf. Lithium Smart kann vollständig geladen bei 25 °C bis zu einem Jahr gelagert werden. Die Selbstentladung von Lithium NG beträgt höchstens 3% der Kapazität pro Monat (bei 25 °C).
  • Schalten Sie den Wechselrichter/Ladegerät und den Hauptschalter aus. Lassen Sie den Batteriecomputer gemäß Handbuch mit Strom versorgt: vorzugsweise über den Ausgang „load disconnect“ des BMS. Eine direkte Versorgung aus der Batterie ist nur für Batteriecomputer mit geringem Verbrauch wie BMV-712 oder SmartShunt bei einer Batteriebank mit mehr als 200 Ah zulässig. Ein so angeschlossener Batteriecomputer wird nicht vom BMS gesteuert und kann die Batterie weiter entladen, bis sie beschädigt wird.
  • Prüfen Sie alle 4–6 Wochen, ob die Batterien nicht zu viel Energie verlieren (so empfiehlt es Victron im Installationsplan für Wohnmobile).
  • Beachten Sie die verbleibende Reserve nach der BMS-Abschaltung: Bei einer Schwelle „Allowed to Discharge“ von 2,8 V pro Zelle verbleiben in einer Lithium-Smart-Batterie ca. 3% der Kapazität, bei 2,6 V ca. 1%. Nach einer solchen Abschaltung muss die Batterie zeitnah geladen werden, da die Selbstentladung die Zellen beschädigen kann. Vorgehen nach einer Tiefentladung: Lithiumbatterie entladen.
  • Victron empfiehlt ein kleines 230-V-Ladegerät zur Erhaltungsladung (z. B. Blue Smart IP65) anstelle eines laufenden Wechselrichters/Ladegeräts — das Laden muss jedoch auch damit unter +5 °C gesperrt sein, wenn die Batterie bei Frost steht.

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Quellen

Inhalt mit der Dokumentation von Victron Energy (Datenblätter und Handbücher) abgeglichen — Stand 19.09.2026. Inhaltlichen Fehler melden · Korrekturprotokoll