01Zuerst prüfen

- VE.Bus-Fehlercode im GX-Gerät, VRM oder VictronConnect — falls vorhanden, beginnen Sie mit den VE.Bus-Fehlercodes. Bei diesem Problem am häufigsten: 8, 11, 24 und 128.
- LEDs am Gerät — ihre Bedeutung zeigt der MultiPlus-II-LED-Decoder.
- Ist das Gerät eingeschaltet? — Schalter in Stellung „On“ (in Stellung „Off“ arbeiten weder Wechselrichter noch Ladegerät).
Messungen an den AC-Anschlüssen und Änderungen an der Verkabelung sollten von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden; auch die unten beschriebenen Einstellungen darf ausschließlich diese ändern. Lesen Sie vor Änderungen das Handbuch sorgfältig durch und trennen Sie während der Konfiguration des Ladegeräts den AC-Eingang. Verwenden Sie zur Konfiguration VEConfigure oder VictronConnect mit einem MK3-USB-Interface (VE.Bus–USB) und einem RJ45-UTP-Kabel. Mit dem VE.Bus Smart dongle (Bluetooth) können Sie das Gerät überwachen, ein- und ausschalten sowie die Strombegrenzung des AC-Anschlusses ändern. Zum Ändern der Einstellungen ist das MK3-USB-Interface erforderlich.
02Diagnose Schritt für Schritt

1Liegt an den AC-Eingangsklemmen Spannung an?
Prüfen Sie die Absicherung des AC-Eingangs und die Stromquelle selbst: den Schutzschalter oder die Sicherung vor dem Gerät, die Stromversorgung an der Anschlusssäule, das Kabel und die Stecker. Laut Fehlerbehebungstabelle kann der Schutzschalter oder die Sicherung am AC-Eingang wegen einer Überlast oder eines Kurzschlusses am Ausgang AC-out-1 oder AC-out-2 auslösen.
Weiter mit Schritt 2.
Beseitigen Sie die Überlast oder den Kurzschluss an den AC-Ausgängen und schalten Sie den Schutzschalter wieder ein oder ersetzen Sie die Sicherung. Prüfen Sie auch die Stromquelle (Anschlusssäule, Generator).
2Liegen Spannung und Frequenz im eingestellten Bereich?
Der MultiPlus-II synchronisiert sich nur mit dem AC-Eingang, wenn Spannung und Frequenz im eingestellten Bereich liegen:
- Eingangsspannungsbereich — untere Grenze einstellbar von 180–230 V (Werkseinstellung 180 V), obere Grenze von 230–270 V.
- Frequenzbereich — 50 Hz, 60 Hz oder 45–65 Hz (Werkseinstellung 45–65 Hz).
Messen Sie Spannung und Frequenz der Stromquelle unter Last. Bei einem langen Verlängerungskabel auf dem Campingplatz oder einem schwachen Anschluss kann die Spannung unter die untere Grenze fallen.
3Tritt das Problem nur am Generator auf?
Das Handbuch beschreibt vier Einstellungen, die beim Generatorbetrieb helfen:
- USV-Funktion (werkseitig aktiviert) — die Spannung einiger kleiner Generatoren ist zu instabil und verzerrt, sodass der MultiPlus-II ständig auf Wechselrichterbetrieb umschaltet. Herstellerempfehlung: Deaktivieren Sie die USV-Funktion, wenn sich das Gerät nicht mit dem Generator synchronisiert oder ständig auf Wechselrichterbetrieb zurückschaltet. Das Umschalten auf Wechselrichterbetrieb dauert dann etwas länger, was die meisten Geräte jedoch nicht beeinträchtigt.
- Dynamic current limiter — für Invertergeneratoren, die bei geringer Last ihre Drehzahl reduzieren. Der MultiPlus-II beginnt dann mit einer geringen Stromaufnahme vom Generator und erhöht sie schrittweise bis zum eingestellten Grenzwert. So hat der Motor Zeit, seine Drehzahl zu erhöhen. Die Funktion wird auch bei konventionellen Generatoren eingesetzt, die langsam auf Laständerungen reagieren.
- WeakAC — bei stark verzerrter Spannung lädt das Ladegerät möglicherweise kaum oder gar nicht. Nach Aktivierung von WeakAC akzeptiert das Ladegerät auch verzerrte Spannung, der maximale Ladestrom sinkt jedoch um ca. 20%. Der Hersteller weist darauf hin, dass dies nur selten erforderlich ist, und empfiehlt, gleichzeitig Dynamic current limiter zu aktivieren und bei Bedarf den Ladestrom zu reduzieren, um den Generator nicht zu überlasten.
- Untere Spannungsgrenze bei Generatoren mit AVR — die Werkseinstellung von 180 V kann bei Synchrongeneratoren mit AVR-Regler zur Abschaltung des Systems führen (dies betrifft die meisten Generatoren ab 10 kVA). Das passiert beim Abstellen des Generators, wenn der AVR bei sinkender Drehzahl versucht, 230 V aufrechtzuerhalten. Lösung: Erhöhen Sie die untere Grenze auf 220 V oder trennen Sie den Wechselrichter über ein AC-Schütz vom Generator, bevor dieser das Stoppsignal erhält.
4Ignoriert das System den AC-Eingang absichtlich?
In Systemen mit Wechselrichterpriorität („Ignore AC input“, Inselbetrieb) verbindet sich das Gerät absichtlich nicht mit dem Netz, obwohl es verfügbar ist. Dieses Verhalten entspricht der Konfiguration und ist keine Störung. Wenn ein Installateur das System konfiguriert hat, fragen Sie ihn, ob eine solche Funktion eingerichtet ist (z. B. über einen Assistant oder Virtual Switch in VEConfigure) und unter welchen Bedingungen das Gerät wieder auf Netzbetrieb umschalten soll.
5Verhindern der Relaistest oder der Umschaltschutz die Verbindung?
- Ausgewählter Netzcode (grid code): Vor jeder Verbindung mit dem Netz testet das Gerät die Relais. Ein fehlgeschlagener Test führt zu Fehler 11; wenn der Test länger als 5 Minuten nicht erfolgreich ist (Quattro-II), zu Fehler 128. Eine häufige Ursache für Fehler 11 ist eine fehlerhafte Installation, etwa vertauschte L und N am Eingang oder eine Verbindung zwischen Neutralleiter und Erdung auf der Ausgangsseite.
- Erdungsrelais: Test beim Umschalten auf Netzbetrieb — Fehler 8.
- Umschaltschutz: Strom fließt durch das Rückspeiserelais, obwohl es geöffnet sein sollte — Fehler 24. Bei Generatoren hilft häufig eine Erhöhung der unteren Eingangsspannungsgrenze, z. B. auf 210 V.
6Das Netz ist durchgeschaltet, aber das Ladegerät lädt nicht?
- Eingangsstrombegrenzung = 0 A — laut GX-Handbuch arbeitet das System dann im Durchleitungsbetrieb mit ausgeschaltetem Ladegerät.
- PowerControl — wenn die Verbraucher den gesamten eingestellten Eingangsstrom beanspruchen, sinkt der Ladestrom auf 0 A (die LED „mains on“ blinkt). Reduzieren Sie die Last oder erhöhen Sie die Strombegrenzung, sofern der Anschluss dies zulässt.
- Durchgebrannte Batteriesicherung — ersetzen Sie diese und ermitteln Sie die Ursache.
- Bulk protection — die Bulk-Phase dauerte länger als 10 Stunden (die LED „bulk“ blinkt, die LED „mains on“ leuchtet). Eine so lange Ladezeit kann auf einen Defekt hinweisen, etwa einen Kurzschluss in einer Batteriezelle. Prüfen Sie die Batterien; der Modus wird durch Aus- und Wiedereinschalten des Geräts zurückgesetzt.
- Verzerrte Generatorspannung — siehe WeakAC in Schritt 3.
- Lithiumbatterie mit BMS — das BMS könnte das Laden gesperrt haben; siehe BMS hat das Laden abgeschaltet.
03Quattro-II: zwei AC-Eingänge

Der Quattro-II wählt automatisch den Eingang, an dem Spannung anliegt. Liegt an beiden Eingängen Spannung an, wählt er AC-in-1. Dort wird üblicherweise der Generator angeschlossen, während das Netz oder der Landstromanschluss an AC-in-2 angeschlossen wird. Wenn das Gerät bei laufendem Generator „das Netz nicht annimmt“, entspricht dies dieser Logik. Achtung: Liegt AC nur an AC-in-2 an und ist die DC-Batteriespannung um 10% oder mehr niedriger als die Nennspannung (z. B. unter 22 V bei einer 24-V-Batterie), startet das Gerät möglicherweise nicht. Legen Sie AC an AC-in-1 an oder laden Sie die Batterie nach.
Der Wechselrichter schaltet unter Last ab oder die LED overload leuchtet? Das ist ein anderes Problem — siehe „MultiPlus meldet Überlast“.
04Wann ein Hardwarefehler vorliegt
Wenn Spannung und Frequenz an den Eingangsklemmen korrekt sind, die Einstellungen geprüft wurden und das Gerät sich weiterhin nicht verbindet oder trotz korrekter Installation wiederholt relaisbezogene Fehlercodes (8, 11, 24) auftreten, wenden Sie sich an Ihren Händler oder Installateur. Halten Sie Modell, Seriennummer, Firmware-Version, Fehlercode, Schaltplan der Anlage und eine Beschreibung der durchgeführten Prüfungen bereit.
Betroffene Geräte
MultiPlus-IIWechselrichter/Ladegerät mit USV-Funktion: reine Sinusspannung 230 V, PowerAssist unterstützt einen schwachen Netzanschluss.
Quattro-IIWechselrichter/Ladegerät mit zwei AC-Eingängen — Netz und Generator ohne externen Umschalter.
Cerbo GXSystemsteuerzentrale und Gateway zum VRM-Portal.
VE.Bus Smart dongleBluetooth für VE.Bus-Wechselrichter/Ladegeräte — Statusanzeige, Einschalten und Strombegrenzung am Campingplatz per Smartphone, inklusive Batteriesensor.