01Grenzwerte laut Hersteller

| Zustand | 12,8 V | 25,6 V | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Sehr tiefe Entladung | deutlich unter 12 V | unter 24 V | Die Batterie ist zu tief entladen. |
| Dauerhafte Beschädigung | unter 10 V | unter 20 V | Oder eine beliebige Zelle unter 2,5 V. Die Batterie ist dauerhaft beschädigt, die Garantie erlischt. Je niedriger die Spannung, desto größer der Schaden. |
| Bluetooth abgeschaltet | unter 8 V | — | Oder eine beliebige Zelle unter 2 V. Die Batterie verbindet sich nicht mit VictronConnect; das Modul schaltet sich nach dem Laden wieder ein. |
Das Handbuch nennt 8 V als Abschaltschwelle für Bluetooth, ohne einen Wert für die 25,6-V-Batterie anzugeben.
02Keine Verbindung zur Batterie möglich

Laut Handbuch ist ein Defekt des Bluetooth-Moduls sehr unwahrscheinlich. Bevor Sie die Batterie als defekt einstufen, prüfen Sie:
- Ist es ein „Smart“-Modell? Andere Modelle haben kein Bluetooth.
- Ist die Batteriespannung zu niedrig (siehe Tabelle oben)?
- Ist bereits ein anderes Smartphone oder Tablet mit der Batterie verbunden? Es kann immer nur ein Gerät gleichzeitig verbunden sein.
- Sind Sie nah genug an der Batterie? Im Freien beträgt die Reichweite ca. 20 m.
- Verwenden Sie VictronConnect unter Windows? Diese Version unterstützt kein Bluetooth; verwenden Sie Android, iOS oder macOS.
- Wurde Bluetooth in den Batterieeinstellungen deaktiviert? Dies lässt sich nicht rückgängig machen.
- Verbindet sich die App mit einem anderen Victron-Gerät? Falls nicht, liegt das Problem am Smartphone oder an der App.
PIN vergessen: Wählen Sie in der Geräteliste von VictronConnect das Optionsmenü neben der Batterie und setzen Sie die PIN mit dem PUK-Code vom Batterieaufkleber auf 000000 zurück. Bei einem unterbrochenen Firmware-Update genügt es, das Update zu wiederholen.
03Ladeverfahren nach Tiefentladung

Arbeiten an der Lithiumbatterie dürfen nur von qualifiziertem Personal durchgeführt werden; tragen Sie Schutzbrille und Schutzkleidung. Der Hersteller weist darauf hin, dass während der gesamten Arbeiten eine Aufsichtsperson anwesend sein muss. Die Batterieklemmen stehen immer unter Spannung: Legen Sie keine Metallgegenstände oder Werkzeuge auf die Batterie, verwenden Sie isolierte Werkzeuge und vermeiden Sie unbedingt Kurzschlüsse. Wenn die Batterie unter die Abschaltschwelle entladen wurde, beschädigt ist oder überladen wurde, kann sie beim Laden ein schädliches Gasgemisch freisetzen. Die Wiederherstellung kann scheitern. Selbst wenn sie gelingt, besteht ein erhebliches Risiko dauerhafter Zellschäden und eines mäßigen bis starken Kapazitätsverlusts. Das Verfahren wird für jede Batterie einzeln durchgeführt. Benötigt wird ein Netzteil oder Ladegerät mit einstellbarer Spannung und Strombegrenzung.
- Stellen Sie das Ladegerät oder Netzteil auf 13,8 V (27,6 V) ein.
- Liegt die Spannung einer Zelle unter 2,0 V, laden Sie mit 0,1 A, bis die schwächste Zelle 2,5 V erreicht. Wird die Batterie warm oder bläht sie sich auf, brechen Sie sofort ab: Die Batterie lässt sich nicht wiederherstellen.
- Sobald die schwächste Zelle 2,5 V überschreitet, erhöhen Sie den Strom auf 0,1C (bei 100 Ah: 10 A).
- Schließen Sie die Batterie an das BMS an und stellen Sie sicher, dass das BMS das Ladegerät steuert.
- Notieren Sie die anfängliche Klemmenspannung und die Zellspannungen.
- Schalten Sie das Ladegerät ein.
- Das BMS kann das Ladegerät wiederholt aus- und einschalten — bei starkem Zellungleichgewicht ist das normal.
- Notieren Sie die Spannungen in regelmäßigen Abständen.
- Die Zellspannungen sollten in der ersten Ladephase steigen. Steigt die Spannung einer Zelle während der ersten halben Stunde nicht, brechen Sie ab: Die Batterie lässt sich nicht wiederherstellen.
- Prüfen Sie regelmäßig die Batterietemperatur. Bei einem schnellen Temperaturanstieg brechen Sie ab: Die Batterie lässt sich nicht wiederherstellen.
- Wenn die Batterie 13,8 V (27,6 V) erreicht, erhöhen Sie die Ladespannung auf 14,2 V (28,4 V) und den Strom auf 0,5C (bei 100 Ah: 50 A).
- Die Zellspannungen steigen jetzt langsamer — das ist in der mittleren Ladephase normal.
- Lassen Sie das Ladegerät 6 Stunden angeschlossen.
- Prüfen Sie die Zellspannungen — sie dürfen höchstens um 0,1 V voneinander abweichen. Eine größere Abweichung bedeutet, dass die Batterie beschädigt ist.
- Lassen Sie die Batterie einige Stunden ruhen.
- Messen Sie die Batteriespannung — sie sollte deutlich über 12,8 V (25,6 V) liegen, beispielsweise bei 13,2 V (26,4 V) oder höher. Die Zellspannungen dürfen weiterhin höchstens um 0,1 V voneinander abweichen.
- Lassen Sie die Batterie 24 Stunden ruhen.
- Messen Sie erneut. Liegt die Spannung unter 12,8 V (25,6 V) oder ist ein deutliches Zellungleichgewicht erkennbar, ist die Batterie irreparabel beschädigt.
04Ermitteln Sie die Ursache, bevor es erneut passiert

Das Handbuch empfiehlt, zunächst den Verlauf im Batteriecomputer, Lynx Smart BMS oder VRM zu prüfen: tiefste Entladung, Mindestspannung, Anzahl vollständiger Entladungen, Anzahl der Synchronisierungen und Zeit seit der letzten vollständigen Ladung (die Batterie sollte mindestens einmal im Monat vollständig geladen werden). Prüfen Sie außerdem anhand der Herstellerliste:
- Ist das BMS angeschlossen und funktionsfähig? LiFePO4 Smart-Batterien (12,8 V und 25,6 V) dürfen nur mit einem von Victron zugelassenen externen BMS verwendet werden — die Batterie selbst schaltet weder den Ladevorgang noch die Verbraucher ab. Der Betrieb ohne ein von Victron zugelassenes BMS führt zum Erlöschen der Garantie.
- Werden Verbraucher und Ladegeräte tatsächlich vom BMS gesteuert? Ein unter Umgehung des BMS angeschlossener Verbraucher entlädt die Batterie auch dann, wenn die übrigen Verbraucher abgeschaltet sind.
- Sind Batterie, Batterieklemmen und BMS-Kabel frei von mechanischen Schäden? Ist die Batterie frei von Feuchtigkeit? Sie ist nicht wasserdicht und nicht für den Außenbereich geeignet.
- Ist sie korrekt montiert: aufrecht oder seitlich, niemals mit den Polen nach unten (Modell 12,8 V/330 Ah nur aufrecht)?
Wenn das BMS nach einer Entladung die Verbraucher nicht einschaltet, obwohl die Batterie geladen wurde, siehe BMS hat die Verbraucher abgeschaltet.
Betroffene Geräte
LiFePO4 Smart 12,8/25,6 VLithium-Eisenphosphat-Batterien mit Bluetooth — Betrieb nur mit externem BMS.
Lynx Smart BMS / NGBMS mit Schütz und Strommessung für LiFePO4 Smart- oder Lithium NG-Batteriebänke.
VE.Bus BMS V2BMS für Lithium Smart-Batterien in Systemen mit MultiPlus oder Quattro — steuert Wechselrichter, Ladegeräte und Verbraucher.