
Werkstattwagen und Servicefahrzeug
Eine rollende Werkstatt benötigt 230 V für Elektrowerkzeuge und 12 V für die Beleuchtung, unabhängig davon, ob der Motor läuft. Nachfolgend ein vollständiges 12-V-System: MultiPlus-II 12/3000, zwei Lithium Smart Batterien mit 200 Ah unter Kontrolle des VE.Bus BMS V2, Laden über die Lichtmaschine mit zwei Orion-Tr Smart, über Solarmodule mit einem MPPT-Laderegler 100/50 und über das Netz am Betriebsstandort — mit den Sicherungen aus dem Victron-Schaltplan BJE-300D und der Anordnung im Fahrzeug.
Vier Entscheidungen vor dem Ausbau
Im Werkstattwagen arbeitet die Anlage anders als im Wohnmobil: Während des Arbeitstags werden große 230-V-Verbraucher zwischen den Fahrten kurzzeitig eingeschaltet. Die Batterie muss während der Fahrt wieder geladen werden, abends dann über das Netz am Betriebsstandort. Die Auslegung erfolgt in dieser Reihenfolge:
- 1. 230-V-Leistung. Der MultiPlus-II 12/3000 liefert 2400 W Dauerleistung bei 25 °C, 2200 W bei 40 °C und 5500 W Spitzenleistung — zum Anlaufen der Motoren von Elektrowerkzeugen. Das bestimmt die übrige Anlage.
- 2. Batterie. Das Handbuch des MultiPlus-II empfiehlt für das Modell 12/3000 eine Batteriebank mit 400–1200 Ah. Hier: zwei Lithium Smart Batterien mit 12,8 V/200 Ah, zusammen 400 Ah und etwa 5,1 kWh, unter Kontrolle des VE.Bus BMS V2.
- 3. Laden während der Fahrt. Zwei galvanisch isolierte Orion-Tr Smart 12/12-30 liefern zusammen 60 A von der Lichtmaschine, der MPPT-Laderegler 100/50 bis zu 50 A vom Dach und der MultiPlus bis zu 120 A aus dem Netz am Betriebsstandort.
- 4. Schutz und Überwachung. Das VE.Bus BMS V2 schaltet Wechselrichter, Verbraucher und Ladegeräte ab, bevor die Zellen den sicheren Betriebsbereich verlassen. Der SmartShunt berechnet den Ladezustand, und der Cerbo GX zeigt alles auf dem Display und im VRM an.
Grundlage ist der Victron-Schaltplan BJE-300D (Kastenwagen oder kleines Wohnmobil mit VE.Bus BMS V2, MultiPlus-II 3 kVA, 400 Ah, SmartShunt, Smart BatteryProtect 100 A, MPPT 100/50 und zwei Orion-Tr Smart) — daraus stammen DC-Seite, Sicherungen und Steuerung. BJE-300D ist für den US-Markt ausgelegt (120 V / 60 Hz). Deshalb haben wir die 230-V-Seite aus dem Handbuch des MultiPlus-II 230 V und dem europäischen Schaltplan BJE-256B übernommen (VE.Bus BMS mit MultiPlus 3 kW 12 V in einem Fahrzeug mit Lichtmaschine). Das Gesamtsystem entspricht dem „fortschrittlichen Lithiumsystem“ aus dem „Automotive system booklet“ von Victron.

230 V für Werkzeuge
2400 W Dauerleistung und 5500 W Spitzenleistung. Am Betriebsstandort ergänzt PowerAssist einen schwachen Netzanschluss mit Leistung aus der Batterie.
60 A von der Lichtmaschine
Zwei galvanisch isolierte Orion-Tr Smart mit je 30 A — die Isolation schützt vor Störungen des Fahrzeug-CAN-Busses.
Batterie unter BMS-Kontrolle
Das VE.Bus BMS V2 steuert MultiPlus, DC-Verbraucher, Orion-Geräte und über Cerbo GX den Solarladeregler.
Flottenübersicht
Cerbo GX sendet Daten an VRM — Batteriezustand und Alarme jedes Fahrzeugs sind vom Büro aus einsehbar.
So ist alles verbunden
Energiefluss mit den Sicherungen aus dem Schaltplan BJE-300D: drei Ladequellen, 400-Ah-Batteriebank mit Hauptschalter und SmartShunt, Lynx Distributor, MultiPlus-II mit 230-V-Stromkreisen und 12-V-Verbraucher hinter Smart BatteryProtect. Die BMS-Steuersignale sind im separaten Schaltplan weiter unten dargestellt. Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Element im Schaltplan oder tippen Sie darauf.
- Drei LadequellenSolarmodule über MPPT 100/50 (60 A), Lichtmaschine über zwei Orion-Tr Smart (125 A) und Netz über den MultiPlus.
- 400 Ah BatteriebankZwei Lithium Smart 12,8 V/200 Ah, jeweils mit ANL-Sicherung 300 A, Hauptschalter 275 A, Minus über SmartShunt.
- Lynx DistributorVier MEGA-Sicherungen: 400 A MultiPlus, 125 A Orion-Geräte, 100 A Smart BatteryProtect, 60 A Solarladeregler.
- 230 VMultiPlus-II 12/3000: Eingang bis 32 A, Werkstattsteckdosen an AC-out-1, ausschließlich netzversorgte Stromkreise an AC-out-2.
- 12 VDC-Verbraucher hinter dem Smart BatteryProtect 100 A, der vom BMS gesteuert wird.
- BMS und ÜberwachungVE.Bus BMS V2 mit Batterien (BTV), MultiPlus und Cerbo GX verbunden.
Was steuert das VE.Bus BMS V2?
Durch das BMS fließt kein Batteriestrom — es schaltet Geräte über Signale ab. Hier sind alle seine Verbindungen aus der Zeichnung BJE-300D und dem Datenblatt des VE.Bus BMS V2 dargestellt. Bewegen Sie den Mauszeiger über ein Element, um zu sehen, was bei einem Alarm passiert.
- MultiPlus-IIÜber VE.Bus: Niedrige Zellspannung schaltet den Wechselrichter ab, Überspannung oder unzulässige Temperatur das Ladegerät.
- Smart BatteryProtectDer Ausgang „Load Disconnect“ (1 A) schaltet die 12-V-Verbraucher ab.
- Orion-GeräteDer Ausgang „Charge Disconnect“ (10 mA) stoppt über isolierte Remote-Kabel das Laden über die Lichtmaschine.
- MPPT-LadereglerWird durch Cerbo GX und DVCC anhand der BMS-Daten abgeschaltet.
- Cerbo GX und DMCAm Anschluss „Remote panel“ über einen Verteiler; Cerbo wird über GX-Power (1 A) versorgt.
- Summer und SchalterPre-alarm warnt vor dem Abschalten; der Schalter an Remote L–H schaltet das gesamte System ab.
Was die Victron-Dokumentation genau angibt
| Montageort | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Sicherung jeder Batterie | ANL 300 A am Pluspol, Sicherungshalter oben über eine Kupferschiene verbunden | Zeichnung BJE-300D |
| Hauptschalter | 275 A, zwischen Batteriesammelschiene und Plusanschluss des Lynx Distributor | Zeichnung BJE-300D |
| Lynx Distributor | MEGA 400 A (MultiPlus), 125 A (Orion-Geräte), 100 A (Smart BatteryProtect), 60 A (MPPT); bei 12 V MEGA-Sicherungseinsätze 32 V | Zeichnung BJE-300D |
| Orion-Geräte | jeweils am Ein- und Ausgang eine Sicherung 60 A; Ausgänge an einem Klemmenpaar, danach gemeinsam über eine Sicherung 125 A | Zeichnung BJE-300D |
| Kleine Sicherungen | BMS 2 A, SmartShunt 1 A (Versorgung), Aux des SmartShunt 1 A an der Starterbatterie, Cerbo 1 A über GX-Power, Minus des Smart BatteryProtect 300 mA | Zeichnung BJE-300D |
| DC-Kabel zum MultiPlus-II 12/3000 | 2 × 50 mm² je Pol bei einer Entfernung bis 5 m, 2 × 70 mm² bei 5–10 m; Sicherung 400 A; empfohlene Batteriebank 400–1200 Ah | Handbuch MultiPlus-II 230 V |
| AC-Eingang | Sicherung oder Leitungsschutzschalter mit höchstens 32 A (Modell 3 kVA), bei schwächerem Anschluss kleiner; Durchleitungsstrom 32 A | Handbuch MultiPlus-II 230 V |
| AC-out-1 und AC-out-2 | FI-Schutzschalter und Überstromschutz an jedem Ausgang, Typ A genügt; AC-out-2 bis 32 A; mit PowerAssist 32 + 13 = 45 A an AC-out-1 | Handbuch MultiPlus-II 230 V |
| Leistung des MultiPlus-II 12/3000 | 3000 VA; Dauerleistung 2400 W bei 25 °C, 2200 W bei 40 °C, 1700 W bei 65 °C; Spitzenleistung 5500 W; Ladestrom bis 120 A | Handbuch MultiPlus-II 230 V |
| BMS-Ausgänge | Load Disconnect bis 1 A, Charge Disconnect bis 10 mA, Pre-alarm bis 1 A (ohne Kurzschlussschutz), GX-Power 1 A | Datenblatt VE.Bus BMS V2 |
| Orion-Tr Smart 12/12-30 isol. | Eingang 8–17 V, Ausgang 10–15 V, 360 W (30 A) je Gerät | Zeichnung BJE-300D |
| MultiPlus-Gehäuse im Fahrzeug | mit der Fahrzeugmasse verbunden (Kabelquerschnitt eine Stufe kleiner als der gesamte Minusquerschnitt); mindestens 10 cm Freiraum rundherum | Handbuch MultiPlus-II, Zeichnung BJE-300D |
Victron gibt in Systemzeichnungen bewusst keine Kabelquerschnitte an — die Zeichnung BJE-300D erläutert, dass der Hersteller die Kabellängen im jeweiligen Fahrzeug nicht kennt. Die Querschnitte der übrigen Stromkreise berechnen Sie mit dem Kabel- und Sicherungsrechner.
Anordnung im Transporter
Die Geräte sind an einer Wand des Laderaums angeordnet: Batteriebank unten auf dem Boden, Lynx und BMS direkt darüber, Wechselrichter daneben. Vorne bei der Starterbatterie befinden sich nur die Orion-Geräte.
Verschieben Sie die Zeichnung seitlich, um das gesamte Fahrzeug zu sehen.
- 1
Solarmodule auf dem DachAn der Dachreling oder auf Rahmen auf dem Dach des Laderaums, mit abgedichteter Durchführung; das Kabel führt direkt zum PV-Trennschalter. - 2
PV-Trennschalter und MPPT 100/50Oben an der Wand, unter der Dachdurchführung. Die Leitung zur Batterie kurz und mit großem Querschnitt ausführen — hier fließen bis zu 50 A. - 3
Orions bei der StarterbatterieUnter dem Sitz im Fahrerhaus: Eingänge über 60 A-Sicherungen am Batterieplus, Ausgang durch den Bodenkanal zum Lynx. - 4
MultiPlus-II 12/3000Neben dem Lynx, damit die Kabel 2 × 50 mm² kurz bleiben. Rundum mindestens 10 cm Freiraum, trocken und gut belüftet. - 5
Batterien auf dem BodenTief angeordnet und sicher befestigt, im beheizten Teil des Aufbaus — unter +5 °C nehmen sie keine Ladung an. - 6
Lynx, BMS und SmartShuntDirekt über der Batteriebank: ANL, Hauptschalter 275 A, Lynx Distributor, SmartShunt und BMS an einem Ort, mit gut erreichbarem Hauptschalter. - 7
Smart BatteryProtect und DC-SchaltpanelHinter dem Lynx, mit einem Schaltpanel für die 12 V-Verbraucher; GND-Leitung über eine 300 mA-Sicherung direkt zum Minuspol. - 8230 V-WerkstattsteckdosenAm Arbeitsplatz, von AC-out-1 über FI- und Leitungsschutzschalter versorgt — funktionieren unterwegs und am Standort.
- 9
Eingang 230 VAußensteckdose an der Karosserieseite, dahinter ein Schutzschalter bis 32 A und ein FI-Schutzschalter, anschließend der AC-Eingang des MultiPlus. - 10
Cerbo GX und DisplayBeim Lynx, versorgt über GX-Power des BMS; GX Touch 50 und DMC-Panel gut sichtbar montiert.
Energiebilanz eines Arbeitstags
Eine Batteriebank mit 400 Ah bei 12,8 V speichert etwa 5,1 kWh. Wie viel davon für Werkzeuge verfügbar ist, wird in Wattstunden berechnet: Leistung mal Betriebszeit, geteilt durch den Wirkungsgrad des Wechselrichters. Der MultiPlus-II 12/3000 erreicht einen maximalen Wirkungsgrad von 93%. Eine Stunde Betrieb eines Verbrauchers mit 2000 W benötigt daher mindestens 2,15 kWh aus der Batterie — etwa 42% der Batteriebank.
- Dauerleistung bei Hitze. 2400 W bei 25 °C, aber 2200 W bei 40 °C — im sommerlich aufgeheizten Aufbau begrenzt der Wechselrichter seine Leistung früher.
- Anlauf von Werkzeugen. Die Spitzenleistung von 5500 W deckt den kurzzeitigen Anlaufstrom von Motoren ab — etwa bei Sägen, Schleifmaschinen und Kompressoren. Längerer Betrieb über 2400 W führt zur Überlastung.
- Leerlaufverbrauch. Ein eingeschalteter MultiPlus benötigt ohne Last 13 W, also etwa 0,3 kWh pro Tag. Im AES-Modus sind es 9 W, im Search-Modus 3 W.
Ein größerer Wechselrichter benötigt eine größere Batteriebank: Für den MultiPlus-II 12/5000 empfiehlt das Handbuch 600–2400 Ah, eine 600 A-Sicherung und Kabel mit 2 × 95 mm² — das ist bereits eine andere Anlagengröße.
| Quelle | Ladestrom | Einsatz |
|---|---|---|
| 2 × Orion-Tr Smart 12/12-30 | 60 A (2 × 360 W) | unterwegs bei laufendem Motor |
| SmartSolar MPPT 100/50 | bis 50 A | tagsüber, abhängig von Sonne und Modulfläche |
| MultiPlus-II (Ladegerät) | bis 120 A | am Standort oder über einen Generator |
Eine Stunde Fahrt mit zwei Orions liefert etwa 0,72 kWh (2 × 360 W) — rund 14% der Batteriebank. Zusammen können die Quellen 230 A liefern. Der Batteriehersteller empfiehlt jedoch einen Ladestrom von etwa 0,5C, bei 400 Ah also bis 200 A — siehe Batterie und BMS. Den Dachertrag für Ihre Stadt können Sie im Energiebilanzrechner prüfen.
Laden über die Lichtmaschine
Eine direkt an die Lichtmaschine angeschlossene Lithiumbatterie würde so viel Strom aufnehmen, wie diese liefern kann. Ein DC-DC-Ladegerät (Ladebooster) begrenzt den Strom und lädt die Batterie mit der passenden Ladekennlinie. In dieser Anlage arbeiten zwei galvanisch getrennte Orion-Tr Smart 12/12-30 parallel — zusammen 60 A.
- Warum galvanisch getrennt? Zeichnung BJE-300D: Galvanisch getrennte Ausführungen verhindern Störungen auf dem CAN-Bus des Motors. Deshalb erfolgt auch die Steuerung über galvanisch getrennte Remote-Kabel.
- Sicherungen. Der Eingang jedes Orion wird vom Pluspol der Starterbatterie über eine eigene 60 A-Sicherung versorgt, Minus kommt von der Anlassermasse; jeder Ausgang ist ebenfalls mit 60 A abgesichert, die gemeinsame Leitung zum Lynx mit 125 A.
- Motorlauferkennung. Die Spannungsschwellen zum Starten und Stoppen der Ladung werden in VictronConnect auf die jeweilige Lichtmaschine abgestimmt — auch auf eine „intelligente“ Lichtmaschine wie in neueren Fahrzeugen. Die Orions werden auf den Li-ion-Modus eingestellt.
- Starterbatterie überwachen. Der Aux-Eingang des SmartShunt misst ihre Spannung über eine 1 A-Sicherung — die Minuspole beider Batterien müssen verbunden sein. Die Anlage in der Zeichnung ist ein nicht galvanisch getrenntes DC-System.
Wenn die Orions nicht laden: „Orion-Tr Smart lädt nicht“ — Diagnose Schritt für Schritt.

Lithium Smart-Batterie und VE.Bus BMS V2
Zwei Lithium Smart-Batterien mit 12,8 V/200 Ah parallel, jede mit einer ANL-Sicherung 300 A. Die Batterien überwachen selbst Zellspannungen und Temperatur, unterbrechen aber nicht den Strom — das übernimmt das VE.Bus BMS V2, indem es Geräte über Steuersignale abschaltet. Laut BMS-Datenblatt:
| Situation | Reaktion des BMS |
|---|---|
| Drohend niedrige Zellspannung | Voralarm-Signal (Ausgang bis 1 A, ohne Kurzschlussschutz) |
| Zu niedrige Zellspannung | Schaltet den Wechselrichter des MultiPlus über VE.Bus ab und die DC-Verbraucher über den Ausgang „Load Disconnect“ und den Smart BatteryProtect |
| Zellüberspannung, zu niedrige oder zu hohe Temperatur | Schaltet die Ladefunktion des MultiPlus über VE.Bus ab, den MPPT-Laderegler über Cerbo GX und die Orions über den Ausgang „Charge Disconnect“ |
| Systemschalter (Remote L–H) geöffnet | Beide Steuerausgänge werden hochohmig — Verbraucher und Ladegeräte schalten sich ab |
- Ladestrombegrenzung. Der Batteriehersteller empfiehlt etwa 0,5C — bei 400 Ah bis 200 A. Alle Quellen zusammen liefern 230 A. DVCC im Cerbo GX begrenzt den MultiPlus und den Laderegler, aber nicht die Orions — stellen Sie das Limit beispielsweise auf 140 A ein, damit zusammen mit den Orions (60 A) nicht mehr als 200 A fließen.
- Inbetriebnahme. Ab Firmware v489 konfiguriert sich der MultiPlus-II automatisch für das BMS. Die Zeichnung empfiehlt: VE.Bus-Kabel vom BMS trennen, warten, bis der MultiPlus in den Durchleitungsbetrieb wechselt oder sich ausschaltet, erneut anschließen und die Einstellungen abschließen.
- BMS-LEDs. Blaue LED „Cell>2,8V“ aus — Verbraucher sind abgeschaltet, die Batterie muss geladen werden. Rote LED „Temp or Cell>4V“ leuchtet — Überspannung oder unzulässige Temperatur, Ladung abgeschaltet.
- Kompatibilität. Das VE.Bus BMS V2 arbeitet mit Lithium Smart-Batterien (nicht mit Lithium NG — dafür gibt es das VE.Bus BMS NG). Wechselrichter mit Prozessor 19xxxxx oder 20xxxxx werden nicht unterstützt.
Wenn das BMS die Batterie sperrt: „BMS hat die Ladung abgeschaltet“. Wenn die 12 V-Verbraucher ausgehen: „Smart BatteryProtect schaltet ab“.
230 V im Fahrzeug
Das Victron-Booklet und die Zeichnung BJE-256B zeigen Leitungsschutz- und FI-Schutzschalter sowohl am AC-Eingang als auch an den AC-Ausgängen. Am Standort wird der Transporter über die Außensteckdose an das Netz angeschlossen. Der MultiPlus leitet die Versorgung zu den Steckdosen durch und lädt die Batteriebank.
- AC-Eingang — Schutzschalter mit höchstens 32 A für das 3 kVA-Modell, bei einem schwächeren Anschluss entsprechend kleiner. Die Eingangsstrombegrenzung wird mit dem Drehknopf des Digital Multi Control-Panels auf die Absicherung der Steckdose am Standort eingestellt.
- PowerAssist — wenn die Werkzeuge mehr Leistung benötigen, als der Anschluss liefert, ergänzt der Wechselrichter Leistung aus der Batterie: 32 A vom Eingang + 13 A vom Wechselrichter = 45 A am Ausgang.
- AC-out-1 und AC-out-2 — jeweils mit FI-Schutzschalter (Typ A genügt) und Leitungsschutzschalter. AC-out-2 (bis 32 A) funktioniert nur bei externer Stromversorgung.
- Erdung im Fahrzeug — laut MultiPlus-II-Handbuch wird bei einer mobilen Anlage mit dem Abziehen des Kabels von der Außensteckdose auch die Erdung getrennt. Deshalb wird das Gehäuse mit der Fahrzeugmasse verbunden. Im Batteriebetrieb verbindet das Erdungsrelais den Ausgangsleiter N mit dem Gehäuse, damit die FI-Schutzschalter funktionieren.
Für Einsatz- und Krankentransportfahrzeuge gelten zusätzliche Zulassungsanforderungen und Normen für den Fahrzeugausbau. Stimmen Sie die Installationsplanung mit dem Ausbaubetrieb und einer Elektrofachkraft ab.
Siehe „MultiPlus akzeptiert das Netz nicht“ und „MultiPlus meldet Überlast“.
Weitere Systeme aus der Victron-Broschüre
| Aufbau | Einsatz |
|---|---|
| Orion-Tr Smart als DC-DC-Wandler 24 V → 12 V | Ein 24-V-Fahrzeug (Lkw, Bus, Rettungswagen auf Lkw-Fahrgestell) mit einigen 12-V-Verbrauchern: Ein isolierter oder nicht isolierter Orion stellt einen separaten 12-V-Stromkreis bereit. Mehrere Geräte lassen sich parallel schalten. |
| Cyrix-ct-Batterietrennrelais (120, 230 oder 400 A) | Zwei Blei-Säure-Batterien: Der Cyrix verbindet die Starterbatterie mit der Aufbaubatterie, sobald eine davon über die Lichtmaschine oder ein Ladegerät geladen wird. |
| Quattro mit zwei AC-Eingängen | Der Quattro hat zwei AC-Eingänge – für Generator und Netz. Der Schaltplan der Broschüre zeigt getrennte Stromkreise für „Essential AC Loads“ und „Non Ess. AC Loads“. |
| VE.Smart-Netzwerk mit Smart Battery Sense | Smart Battery Sense übermittelt Batteriespannung und -temperatur per Bluetooth an den Solarladeregler und das Phoenix Smart-Ladegerät – zur Spannungs- und Temperaturkompensation beim Laden. |
Worauf Sie im Fahrzeug achten sollten
- Belüftung. Der MultiPlus-II benötigt mindestens 10 cm Freiraum rundum sowie einen trockenen, gut belüfteten Einbauort. Sorgen Sie in einem geschlossenen Schrank für die Zufuhr kühler und die Abfuhr warmer Luft.
- Reihenfolge im Lynx. Schließen Sie an jeder Position zuerst die Minusleitung, dann die Plusleitung an. Das MultiPlus-Gehäuse wird mit der Lynx-Minusschiene verbunden; der Kabelquerschnitt ist eine Größe kleiner als der der gemeinsamen Minusleitung.
- Im Stand. Schalten Sie den MultiPlus auf „Nur Ladegerät“ – so entlädt der Wechselrichter die Batterie nicht, wenn kein Netz vorhanden ist. Die Solarmodule halten die Batteriebank geladen, sofern das Fahrzeug nicht im Schatten steht.
- Längere Standzeit. Laden Sie die Batteriebank, schalten Sie den MultiPlus und den Hauptschalter aus. BMS und Cerbo werden damit ebenfalls ausgeschaltet, der SmartShunt arbeitet weiter. Prüfen Sie die Batterien alle 4–6 Wochen und schützen Sie sie vor Frost.
- Kabel. Wählen Sie die Querschnitte passend zu Kabellängen und Strömen im jeweiligen Fahrzeug: Kabel- und Sicherungsrechner. Victron empfiehlt einen maximalen Spannungsabfall von 2,5% auf den DC-Leitungen (12 V: 0,3 V, 24 V: 0,6 V, 48 V: 1,2 V).

Die acht teuersten Fehler
Batteriebank zu klein für den Wechselrichter
Das Handbuch empfiehlt für den MultiPlus-II 12/3000 mindestens 400 Ah. Eine kleinere Batteriebank erreicht bei voller Werkzeugleistung schnell die Abschaltschwelle des BMS.
Nicht isolierter Orion in einem neuen Fahrzeug
Die Zeichnung BJE-300D verwendet isolierte Ausführungen, um den CAN-Bus des Motors nicht zu stören – sowie isolierte Remote-Kabel.
Keine Ladestrombegrenzung
Alle Quellen liefern zusammen 230 A bei empfohlenen 200 A. DVCC steuert die Orion-Geräte nicht – beim Einstellen des Grenzwerts muss eine Reserve für deren 60 A bleiben.
Wechselrichter über BatteryProtect
Smart BatteryProtect ist für 12-V-Verbraucher vorgesehen. Der MultiPlus hat eine eigene 400-A-Sicherung im Lynx und wird vom BMS über VE.Bus abgeschaltet.
BMS-Ausgang als Stromversorgung
„Charge Disconnect“ liefert nur 10 mA, „Load Disconnect“ 1 A – das sind Signale für Remote-Eingänge, keine Stromversorgung für Verbraucher.
Gehäuse ohne Verbindung zur Fahrzeugmasse
Nach dem Trennen des externen Anschlusses entfällt die Erdung über das Netz. Das MultiPlus-Gehäuse muss mit der Fahrzeugmasse verbunden sein, und die Ausgänge müssen mit FI-Schutzschaltern abgesichert sein.
Alter Wechselrichter mit neuem BMS
VE.Bus BMS V2 unterstützt keine Geräte mit den Prozessoren 19xxxxx und 20xxxxx – dafür ist das bisherige VE.Bus BMS vorgesehen.
Wechselrichter im geschlossenen Schrank
Ohne 10 cm Freiraum und Luftzirkulation reduziert der MultiPlus seine Leistung früher – bei 40 °C stehen ohnehin nur 2200 W zur Verfügung.
Häufige Fragen zur Installation im Werkstattwagen
Reicht der MultiPlus-II 12/3000 für Elektrowerkzeuge?
Für typische handgeführte Werkzeuge ja: 2400 W Dauerleistung bei 25 °C und 5500 W Spitzenleistung für den Motoranlauf. Längerer Betrieb über 2400 W führt zur Überlast. Das größere Modell 12/5000 benötigt laut Handbuch eine Batteriebank mit 600–2400 Ah, eine 600-A-Sicherung und Kabel mit 2 × 95 mm².
Wie viel Energie liefert eine Stunde Fahrt?
Zwei Orion-Tr Smart 12/12-30 liefern zusammen 60 A bei jeweils 360 W – eine Stunde Fahrt ergibt etwa 0,72 kWh, also ungefähr 14% einer 400-Ah-Batteriebank.
Warum zwei Orion-Geräte statt eines größeren?
So ist es in der Victron-Zeichnung BJE-300D vorgesehen: Zwei isolierte Orion-Tr Smart 12/12-30 liefern parallel 60 A. Die isolierten Ausführungen verhindern Störungen des CAN-Busses des Motors. Jedes Gerät hat eigene 60-A-Sicherungen am Ein- und Ausgang.
Benötige ich das Modul „mains detector“ aus dem BMS-Lieferumfang?
Nicht beim MultiPlus-II. Das Modul wird benötigt, damit das BMS den MultiPlus bei Rückkehr der Netzversorgung wieder starten kann, nachdem es ihn wegen niedriger Zellspannung abgeschaltet hat. Beim MultiPlus-II ist diese Funktion integriert.
Kann ich Lithium NG-Batterien verwenden?
Nicht mit VE.Bus BMS V2 – dieses BMS ist für Lithium Smart-Batterien vorgesehen. Für Lithium NG benötigen Sie VE.Bus BMS NG oder Lynx Smart BMS NG. Solche Systeme beschreiben wir beim Schaltplan für eine Yacht.
Was ist bei einem Fahrzeug mit 24-V-Bordnetz zu beachten?
Die Victron-Broschüre zeigt den Orion-Tr Smart als DC-DC-Wandler 24 V → 12 V für 12-V-Verbraucher. Zum Laden einer 12-V-Batterie über eine 24-V-Lichtmaschine dient der Orion-Tr Smart in der Ausführung 24/12. Lithium Smart-Batterien und VE.Bus BMS V2 funktionieren auch in 24-V-Systemen.
Wie bereite ich den Werkstattwagen auf mehrere Wochen Standzeit vor?
Laden Sie die Batteriebank, schalten Sie den MultiPlus und den Hauptschalter aus. BMS und Cerbo werden damit ebenfalls ausgeschaltet, der SmartShunt arbeitet weiter. Prüfen Sie die Batterien alle 4–6 Wochen und schützen Sie sie vor Frost. Die Zeichnung sieht außerdem ein kleines netzbetriebenes Erhaltungsladegerät vor.
Geräte in diesem System
MultiPlus-IIWechselrichter/Ladegerät mit USV-Funktion: reine Sinusspannung 230 V, PowerAssist unterstützt einen schwachen Netzanschluss.
VE.Bus BMS V2BMS für Lithium Smart-Batterien in Systemen mit MultiPlus oder Quattro — steuert Wechselrichter, Ladegeräte und Verbraucher.
LiFePO4 Smart 12,8/25,6 VLithium-Eisenphosphat-Batterien mit Bluetooth — Betrieb nur mit externem BMS.
Orion-Tr SmartDC-DC-Ladegerät (Ladebooster) oder DC-DC-Wandler 12/24/48 V bis ca. 400 W, als galvanisch getrennte und nicht getrennte Variante; Parallelschaltung möglich.
SmartSolar MPPT 100/30 und 100/50Solarladeregler mit 30 und 50 A für PV-Spannungen bis 100 V — bei 12 V für ca. 440 und 700 W Modulleistung.
Smart BatteryProtectTrennt DC-Verbraucher, bevor die Batterie entladen ist; im Li-ion-Modus durch das BMS gesteuert.
SmartShuntBatteriecomputer im Shunt mit 300–2000 A, Auslesen per Smartphone oder GX.
Lynx DistributorModulare DC-Sammelschienen 1000 A: Verteilung mit MEGA-Sicherungen und Überwachung, Batterieanschluss, Class-T-Sicherungen.
Cerbo GXSystemsteuerzentrale und Gateway zum VRM-Portal.
GX Touch 50/70Optionales 5- oder 7-Zoll-Display für Cerbo GX: Anlagenübersicht, Einstellungen, Aufputz- oder Einbaumontage.
Digital Multi ControlWandbedienpanel für MultiPlus und Quattro: Schalter, Drehregler für die Strombegrenzung am Campingplatz-Anschluss oder Generator, LEDs und Fehlercodes.Wie geht es weiter?
- Orion-Tr Smart lädt nicht – Diagnose Schritt für SchrittSupport
- BMS hat Laden oder Entladen abgeschaltetSupport
- Smart BatteryProtect schaltet Verbraucher abSupport
- Wohnmobil und Van – 12-V-Installation mit MultiPlus und SuperPack NGSchaltplan
- Energiebilanz-Rechner – wie viel Energie Sie an einem Arbeitstag benötigenTool
Herstellerdokumentation
- Manual & Drawing BJE-300D – VE.Bus BMS V2, MultiPlus-II 3 kVA, 400 Ah, SmartShunt, Smart BatteryProtect 100 A, MPPT 100/50, 2 × Orion-Tr Smart (Ausführung 12 V/120 V/60 Hz) – DC-Seite, Sicherungen, Steuerungvictronenergy.com · PDF · EN
- Drawing BJE-256B – VE.Bus BMS mit MultiPlus 3 kW 12 V 230 V in einem Fahrzeug mit Lichtmaschine – 230-V-Verteilungenvictronenergy.com · PDF · EN
- MultiPlus-II 230V – Handbuch: DC-Kabel und Sicherungen, AC-Verkabelung, Erdung in mobilen Installationen, Daten für 12/3000/120-32victronenergy.com · PDF · EN
- VE.Bus BMS V2 – Datenblatt: Steuerung, Ausgänge, Kompatibilitätvictronenergy.com · PDF · EN
- VE.Bus BMS V2 – Handbuchvictronenergy.com · EN
- Automotive system booklet (rev 03) – fortschrittliches Lithium-System und weitere Fahrzeugsystemevictronenergy.com · PDF · EN
Inhalt mit der Dokumentation von Victron Energy (Datenblätter und Handbücher) abgeglichen — Stand: 22.09.2026. Fehler im Inhalt melden · Korrekturprotokoll